Borkum Riffgrund 3: Ørsted startet Installation von größtem deutschen Offshore-Windpark
Fredericia - Der Ausbau der Offshore Windenergie in Deutschland gewinnt weiter an Fahrt. Jetzt ist das erste von 83 Fundamenten für das Projekt Borkum Riffgrund 3 installiert worden. Der Offshore-Windpark mit einer Leistung von 913 MW wird der bisher größte in deutschen Gewässern und soll 2025 in Betrieb gehen. Er ist zudem der erste Park, der in den Offshore-Wind-Ausschreibungen mit einem Null-Cent-Gebot den Zuschlag erhielt und gebaut wird.
Das Monopile Fundament im Offshore Windpark Borkum Riffgrund 3 wurde 53 km vor der Insel Borkum durch das Errichterschiff Lez Alizés, des Unternehmens Jan De Nul Group, gesetzt. Die Installation schließt direkt an die Fundamentarbeiten im Projekt Gode Wind 3 (GOW03, 253 MW) an, das von Ørsted parallel in der Nordsee gebaut wird.
Die bis zu 100 Meter langen und bis zu 1.500 Tonnen schweren Fundamente werden von der Firma Steelwind in Nordenham sowie im dänischen Werk Lindø von Bladt Industries A/S gefertigt. Im Jahr 2024 wird dann erstmals in Deutschland eine 11-Megawattanlage, die Offshore-Windturbine von Siemens Gamesa (SG 11.0-200 DD), auf den Fundamenten installiert.
Borkum Riffgrund 3 wird als erster Windpark von Ørsted in Deutschland ohne Offshore-Umspannstation gebaut. Das neue Anschlusskonzept, das gemeinsam mit Übertragungsnetzbetreiber Tennet umgesetzt wird, sieht stattdessen eine direkte Verbindung der Windenergieanlagen mittels 66-kV-Anschlusskabeln zu der Offshore-Konverterplattform DolWin epsilon von TenneT vor.
Nach Inbetriebnahme wird der erzeugte Strom zu einem großen Teil für die Dekarbonisierung der Industrie genutzt werden – mittels Corporate Power Purchase Agreements (CPPA). Für das Offshore-Projekt wurden langfristige Stromabnahmeverträge mit den Unternehmen Covestro, Amazon, der Energie-Handels-Gesellschaft/REWE Gruppe sowie BASF und Google abgeschlossen.
Für Borkum Riffgrund 3 wurden außerdem bereits weit vor dem Bau Anteile an einen institutionellen Investor verkauft. Im Oktober 2021 wurde mit Glennmont Partners von Nuveen eine Vereinbarung über den Verkauf von 50 Prozent der Anteile an Borkum Riffgrund 3 unterzeichnet.
Die beiden Offshore Windprojekte Borkum Riffgrund 3 (Inbetriebnahme 2025) und Gode Wind 3 (Inbetriebnahme 2024) haben eine Windkraftleistung von über 1,1 Gigawatt. Damit verdoppelt sich die installierte Offshore-Windkraft-Kapazität von Ørsted in Deutschland nahezu auf rund 2,5 Gigawatt Leistung. Wie die bestehenden Offshore-Windparks von Ørsted in Deutschland werden auch die neuen Projekte vom ostfriesischen Norden-Norddeich sowie Emden aus betrieben und gewartet.
© IWR, 2026
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