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Vattenfall: Abschreibungen bei Braunkohle – Investition in Offshore-Windpark

Stockholm – Der Wandel ist beim schwedischen Energiekonzern Vattenfall deutlich spürbar. Das Unternehmen hat heute die Zahlen für das erste Halbjahr 2016 vorgelegt, die erhebliche Abschreibungen bei den fossilen Kraftwerken beinhalten. Zudem teilte der Konzern die vollständige Übernahme eines schottischen Offshore-Windkraftprojektes mit.

Vattenfall gibt grünes Licht für ein 92,4-Megawatt(MW)-Offshore-Projekt unweit der Hafenstadt Aberdeen an der Ostküste von Schottland. Die zuständigen Vattenfall-Gremien haben dem Erwerb von 25 Prozent der Anteile an der Aberdeen Offshore Wind Farm Limited zugestimmt. Damit ist Vattenfall jetzt alleiniger Eigentümer des Projekts "Aberdeen Offshore Wind Farm", das auch als "European Offshore Wind Deployment Centre" (EOWDC) bekannt ist.

Vattenfall will Offshore-Windpark in Schottland 2018 in Betrieb nehmen

Verkäufer der Anteile ist die Aberdeen Renewable Energy Group (AREG), die das Projekt gemeinsam mit Vattenfall seit 2008 entwickelt hat. Im Projekt Aberdeen Offshore Wind Farm wird Vattenfall jetzt elf Windenergieanlagen der neuesten 8-MW-Klasse mit einer installierten Leistung von insgesamt 92,4 MW errichten. Die Investitionssumme hierfür beläuft sich auf rund 360 Mio. Euro. Das Projekt Aberdeen / EOWDC fungiert zugleich als Test- und Demonstrationsanlage für modernste Offshore-Windtechnologie, so Vattenfall. Die Errichtung der Windenergieanlagen auf See soll ab Ende 2017 erfolgen, die Inbetriebnahme von Aberdeen Wind Farm ist für das Jahr 2018 vorgesehen. Das Projekt hat im Jahr 2010 eine EU-Förderung in Höhe von 40 Mio. Euro erhalten.
Gunnar Groebler, Chef des Geschäftsbereichs Wind bei Vattenfall, erklärte unter anderem, dass man bei Vattenfall zuversichtlich sei, dass auch die neue britische Regierung das weitere Wachstum der Offshore-Windenergie tatkräftig unterstützen werde.

Vattenfall beim Ergebnis nach Steuern mit tiefroten Zahlen

Die Halbjahreszahlen des Konzerns zeigen leicht rückläufige Umsätze sowie ein verbessertes bereinigtes Betriebsergebnis. Der Umsatz in den ersten sechs Monaten 2016 belief sich auf 80,4 Mrd. schwedische Kronen (SEK, umgerechnet etwa 8,5 Mrd. Euro). Im Vorjahr waren es 81,5 Mio. SEK. Das bereinigte Betriebsergebnis ist im ersten Halbjahr um drei Prozent auf 11,0 Mrd. SEK gestiegen (Vorjahr: 10,7 Mio. SEK). Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf -22,0 Mrd. SEK (Vorjahr: -23,8 Mrd. SEK) für das erste Halbjahr 2016. Magnus Hall, Präsident und CEO von Vattenfall AB, hob das leicht verbesserte bereinigte Ergebnis hervor.

Abschreibungen bei fossilen Anlagen – Ausrichtung auf erneuerbare Energie

Zudem erklärte der Energieriese, dass die Marktsituation Wertminderungen an den Vermögenswerten, insbesondere den fossilen Anlagen, in einer Höhe von insgesamt 30 Mrd. SEK erforderlich gemacht habe. Davon entfallen 21 Mrd. SEK auf die deutschen Braunkohleanlagen. Allerdings wären die negativen Auswirkungen noch deutlicher spürbar gewesen, wenn diese Anlagen im Unternehmen blieben und weiterbetrieben würden, so Vattenfall. Dies hätte bereits in diesem Zwischenbericht zu höheren Wertminderungen geführt. Hall: „Durch den Verkauf machen wir die zukünftige Ausrichtung von Vattenfall deutlich - nämlich das zu liefern, was der Kunde wünscht, also Strom und Wärme, die mit einem höheren Anteil von erneuerbarer Energie erzeugt wurden. Deutschland bleibt weiterhin einer der wichtigsten Märkte für Vattenfall, auf dem wir in allen wesentlichen Geschäftsbereichen vertreten sind.“ Auch die Entscheidung, mehr als drei Mrd. SEK in den neuen Offshore-Windpark vor Aberdeen in Großbritannien zu investieren, sei Teil der Wachstumsstrategie im Bereich der erneuerbaren Energien.

© IWR, 2016

21.07.2016