Trend zu höheren Batterie-Entladezeiten: NGEN nimmt 170-MWh-Batteriespeicher in Österreich in Betrieb - Zwei-Stunden-Speichersystem
Pischelsdorf am Engelbach - Die NGEN-Gruppe hat im oberösterreichischen Wagenham einen Großbatteriespeicher mit 85 MW Leistung und 170 MWh Speicherkapazität in Betrieb genommen. Das direkt an das 110-kV-Hochspannungsnetz angeschlossene System kann seine Nennleistung damit rechnerisch über zwei Stunden bereitstellen.
Das Projekt folgt damit dem europäischen Trend zu Batteriespeichern mit längeren Entladezeiten. Während Großspeicher zunächst stark auf kurzfristige Netzdienstleistungen ausgerichtet waren, gewinnen Systeme mit zwei und mehr Stunden Speicherdauer zunehmend an Bedeutung.
Der Speicher in Wagenham befindet sich in unmittelbarer Nähe eines Umspannwerks des österreichischen Übertragungsnetzbetreibers Austrian Power Grid (APG). Das System kann Strom in Zeiten niedriger Strompreise aufnehmen und später wieder zu höheren Preisen abgeben sowie Systemdienstleistungen bereitstellen. Zwischen dem Baubeginn im März und dem Netzanschluss lagen nach Angaben von NGEN sechs Monate.
NGEN übernimmt bei dem Projekt Planung, Bau, Inbetriebnahme sowie Vermarktung und Optimierung. Der Speicher ist dazu in die unternehmenseigene Energieplattform integriert, die Anlagenbetrieb, Stromhandel und Systemdienstleistungen verbindet und Lade- und Entladevorgänge anhand von Markt- und Systembedingungen steuert.
NGEN betreibt in Österreich bereits weitere Zwei-Stunden-Speicher, darunter den Standalone-Speicher in Arnoldstein mit 22 MW / 44 MWh und die Co-Location-Anlage in Fürstenfeld mit 12 MW / 24 MWh. Europaweit verfügt das Unternehmen nach eigenen Angaben über mehr als 350 MW installierte Speicherleistung und entwickelt Projekte mit einem Volumen von mehr als 2 GWh.
© IWR, 2026
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