Südkorea bevorzugt heimische Turbinen: 689 MW Offshore-Wind-Leistung in Südkorea bezuschlagt – Regierung wendet Sicherheits- und Lieferkettenbewertung erstmals an
Seoul (Südkorea) - Im ersten Halbjahr 2025 wurden in Südkorea im neu geschaffenen öffentlichen Ausschreibungsmarkt Offshore-Windenergieprojekte mit einer Leistung von 689 Megawatt (MW) bezuschlagt. Das Ministerium für Handel, Industrie und Energie (MOTIE) bestätigte am 1. September gemeinsam mit der Korea Energy Agency (KEA) die Ergebnisse und informierte die erfolgreichen Bieter.
Im erstmals eingeführten öffentlichen Segment für fest am Meeresgrund installierte Offshore-Windkraftanlagen lag das Ausschreibungsvolumen laut Ministerium eigentlich bei rund 500 MW. Trotz dieser Obergrenze konnten laut Richtlinie bis zu 150 Prozent der ausgeschriebenen Menge vergeben werden - was die Auswahl von 689 MW ermöglichte. Alle vier eingereichten Standorte erhielten den Zuschlag.
Im allgemeinen Ausschreibungssegment für private Anlagen waren zudem Projekte mit einem Gesamtvolumen von etwa 750 MW vorgesehen. In dieser Kategorie wurden laut Ministerium keine Projektzuschläge vergeben.
Berichten südkoreanischer Medien zufolge gehören zu den ausgewählten Offshore-Windprojekten der 400-MW-Demonstrationskomplex „Southwest Offshore Wind Power“ von KEPCO’s Korea Offshore Wind Power. Hinzu kommen das 100-MW-Projekt „Handong-Pyeongdae“ eines Konsortiums unter Leitung von Dongseo Power, das 99-MW-Projekt „Dadaepo“ von Southern Power sowie das 80-MW-Projekt „Aphae“ eines von Korea Electric Power Technology geführten Konsortiums.
Mit Ausnahme des Demonstrationsprojektes von „Southwest Offshore Wind Power“ ist bei den Projekten der Einsatz der 10-MW-Turbine des heimischen Herstellers Doosan Enerbility vorgesehen. Es handelt sich um die erste kommerzielle Nutzung dieser Technologie in Südkorea im kommerziellen Maßstab.
Die Ausschreibung orientierte sich an dem im August 2024 veröffentlichten „Offshore-Windkraft-Wettbewerbsausschreibungs-Fahrplan“ und der im März 2025 vorgestellten Strategie für öffentlich geführte Ausschreibungen. Neu eingeführt wurden Bewertungskriterien zu Sicherheitsaspekten und Lieferketten, um neben dem Ausbau der Offshore-Windkraft auch die industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Bis 2030 plant Südkorea den Ausbau der Offshore-Windenergie auf eine Kapazität von rund 14 GW Offshore-Windleistung.
Nicht ausgewählte Kapazitäten aus dem ersten Halbjahr sollen in der zweiten Jahreshälfte oder künftig erneut ausgeschrieben werden. Die Ausschreibung für das zweite Halbjahr soll auf Grundlage von Rückmeldungen aus der Branche und Verbesserungen im Ausschreibungssystem weiterentwickelt werden.
© IWR, 2026
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08.09.2025




