Ministerbesuch: Habeck beeindruckt von Dimensionen der Getriebefertigung bei Flender in Voerde
Voerde - Robert Habeck hat am vergangenen Donnerstag (24.08.2023) den Getriebespezialisten Flender an seinem Standort in Voerde am Niederrhein besucht. Damit ist der Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister einer auf der Hannover-Messe ausgesprochenen Einladung des Getriebeherstellers nachgekommen.
Im Schnitt drei bis vier Windgetriebe verlassen täglich das Werk in Richtung der On- und Offshore Windparks. Im Falle der Offshore-Riesen erreichen die Getriebe aus Voerde aktuell Leistungsklassen bis zu zehn Megawatt, sind mehrere Meter hoch und bringen bis zu einhundert Tonnen Gewicht auf die Waage.
Flender ist nach eigenen Angaben der einzige am Markt verbliebene Hersteller, der in Deutschland Antriebssysteme für Windenergieanlagen produziert. Weltweit stattet das Unternehmen jede dritte Anlage mit einer seiner Antriebskomponenten aus.
Zwar stand die Windenergie im Fokus des Habeck-Besuchs, doch Flender-CEO Andreas Evertz war es wichtig, dem Minister und seinem Team auch die Botschaft mit auf den Weg zu geben, dass es ohne industrielle Produktion und Rohstoffgewinnung auch keine Energiewende gebe, da Windenergieanlagen Zement für die Fundamente, Stahl für die Türme und Verbundwerkstoffe für die Rotorblätter benötigen. Diese Stoffe müssten von den traditionellen Industrien gewonnen und hergestellt werden. „Dies ist der zweite Teil unseres Geschäftes. Flender finden Sie überall. Mit unseren Getrieben für alle industriellen Branchen sorgen wir dafür, dass diese weiterhin die Grundstoffe für unser tägliches Leben liefern. Vor allem sorgen wir mit unseren Innovationen dafür, dass sie dies immer energieeffizienter tun können“, so Evertz.
Evertz erhofft sich von der Politik weitere Unterstützung, um den Standort Deutschland zu stärken. „Die Energiepreise lassen uns im globalen Umfeld nicht wettbewerbsfähig agieren. Das ist eine große Gefahr für unsere Industrie“, warnte der Flender-CEO.
Für die immer größer werdenden Offshore-Antriebe bringt das erwartete Marktwachstum aus Sicht von Flender auch neue Herausforderungen. Da diese bald nicht mehr auf der Straße transportiert werden können, ist Flender auf der Suche nach einem Fertigungsstandort am Wasser, um per Schiff zu den Windparks auf See verschicken zu können.
Als sich der Minister und Evertz zum Abschlussfoto in ein großes 10-Megawatt-Windgetriebe setzten, sagte Habeck: „Für unsere Ziele in der Energiewende brauchen wir Wertschöpfung im eigenen Land und müssen die bestehenden Unternehmen wie Flender einbeziehen. Ich hoffe sehr, dass wir durch die auf den Weg gebrachten Maßnahmen für den zügigen Ausbau der Windkraft viel Wertschöpfung hier vor Ort behalten.“
© IWR, 2026
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