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Trump lenkt Milliarden an Steuergeldern von Offshore-Windenergie in fossile Energien um – RWE erhält 1,22 Milliarden Dollar

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Washington/Essen – Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump setzt bei ihrem Vorgehen gegen die Offshore-Windenergie weiter auf den systematischen Milliarden-Rückkauf von Projekten. Im jüngsten Fall erhält RWE 1,22 Mrd. US-Dollar für die Rückgabe seiner Offshore-Windpachten in den USA.

Mit der Verknüpfung der milliardenschweren Rückzahlungen mit Investitionen der Energiekonzerne in andere Energieprojekte treibt die US-Regierung den Umbau der US-Energiepolitik zugunsten fossiler Energien weiter voran. Ein Großteil des Kapitals fließt dabei in LNG, Öl und Gas in den USA. Mit RWE hat die US-Regierung inzwischen bereits die fünfte Vereinbarung dieser Art geschlossen.

RWE gibt sämtliche US-Offshore-Windpachten zurück

Die Vergleichsvereinbarung zwischen RWE U.S. Offshore und dem US-Innenministerium umfasst die Pachtflächen in der New York Bight sowie vor den Küsten Kaliforniens und Louisianas. Nach Angaben von RWE besteht für die dort geplanten Offshore-Windprojekte auf absehbare Zeit keine Genehmigungsperspektive mehr. Mit dem Vergleich werden zugleich die Rechtsansprüche des Unternehmens gegenüber der US-Regierung erledigt.

RWE hatte mehr als 1 Mrd. US-Dollar für den Erwerb der Pachtflächen und die Entwicklung der Projekte ausgegeben. Allein die Pacht in der New York Bight hatte den Konzern bei einer Auktion im Jahr 2022 rund 1,1 Mrd. US-Dollar gekostet, für die beiden weiteren Pachten wurden zusammen rund 163 Mio. US-Dollar gezahlt. Die jetzt vereinbarte Ausgleichszahlung beläuft sich auf 1,22 Mrd. US-Dollar. Vor dem Vergleich hatte RWE zudem die Minderheitsbeteiligung von National Grid Ventures von rund 27 Prozent am Joint Venture Community Offshore Wind erworben.

Bundesgewässer: Trump-Regierung hat Hoheit über Offshore-Pachten

In den USA ist die Hoheit zwischen Bundesregierung und Bundesstaaten aufgeteilt. Die US-Bundesstaaten verfügen innerhalb ihrer Hoheitsbereiche über eigene weitreichende Kompetenzen in der Energiepolitik. Die von RWE zurückgegebenen Offshore-Flächen liegen jedoch in Bundesgewässern und damit im Zuständigkeitsbereich der US-Regierung.

In den meisten Bundesstaaten reichen die Staatsgewässer bis drei Seemeilen (rund 5,6 Kilometer) vor die Küste. Jenseits dieser Grenze beginnt der Outer Continental Shelf (OCS), auf dem die Bundesregierung die Offshore-Windpachten über das dem US-Innenministerium unterstellte Bureau of Ocean Energy Management (BOEM) vergibt. Vor Texas und an der Golfküste Floridas reichen die Staatsgewässer abweichend bis neun Seemeilen vor die Küste. BOEM

RWE lenkt 1,2 Milliarden Dollar in LNG und Gaskraftwerke

Parallel zum Offshore-Rückzug verstärkt RWE seine Investitionen in die US-Gaswirtschaft. Für 900 Mio. US-Dollar erwirbt RWE eine indirekte Beteiligung von 16 Prozent am Projekt Louisiana LNG. Die Mittel sollen zur Finanzierung des Baus des LNG-Terminals verwendet werden.

Weitere 300 Mio. US-Dollar hat RWE für die Reservierung von Gasturbinenkapazitäten vorgesehen. Der Konzern entwickelt derzeit eine Pipeline von 15 Spitzenlast-Gaskraftwerksprojekten in verschiedenen US-Märkten. Damit stehen der Ausgleichszahlung von 1,22 Mrd. US-Dollar für den Offshore-Wind-Rückzug Investitionen von rund 1,2 Mrd. US-Dollar in LNG und Gaskraftwerkskapazitäten gegenüber.

An seinem US-Geschäft hält RWE trotz des Offshore-Wind-Rückzugs fest. RWE Americas plant von 2026 bis 2031 Nettoinvestitionen von rund 17 Mrd. Euro in den Ausbau von Onshore-Wind- und Solarenergie, Batteriespeichern sowie flexiblen Gaskraftwerken. Die Erzeugungskapazität soll von derzeit rund 13 GW in 27 Bundesstaaten auf 22 GW bis zum Jahr 2031 steigen. Allein 2025 hat das Unternehmen in den USA nach eigenen Angaben rund 2 GW neue Stromerzeugungskapazität in Betrieb genommen.

Trump-Regierung: Seit März knapp vier Milliarden Dollar für zwölf Offshore-Windpachten für für Investitionen in fossile Energien

Der RWE-Vergleich setzt eine Serie von Vereinbarungen fort, mit denen die Trump-Regierung seit März 2026 Offshore-Windpachten zurückholt und Investitionen in andere Energieprojekte umlenkt. Den Auftakt machte TotalEnergies. Der französische Energiekonzern erhält für zwei Offshore-Windpachten 928 Mio. US-Dollar zurück und investiert einen entsprechenden Betrag in das Rio-Grande-LNG-Projekt in Texas sowie in konventionelle Öl- und Schiefergasprojekte in den USA.

Ende April 2026 folgten zwei von Ocean Winds gemanagte Offshore-Windprojekte. Für Bluepoint Wind werden bis zu 765 Mio. US-Dollar erstattet, nachdem ein entsprechender Betrag in eine US-LNG-Anlage investiert wurde. Bei Golden State Wind vor Kalifornien stehen rund 120 Mio. US-Dollar Rückzahlung entsprechenden Investitionen in US-Öl- und Gasprojekte, Energieinfrastruktur oder LNG-Projekte an der Golfküste gegenüber. Ocean Winds ist ein Gemeinschaftsunternehmen des französischen Energiekonzerns Engie und von EDP Renewables aus Portugal.

Im Juni folgte Invenergy mit vier Offshore-Windpachten im Umfang von insgesamt 765 Mio. US-Dollar. Das Unternehmen lenkt den entsprechenden Betrag in Gaskraftwerke in Indiana, Wisconsin, Iowa, Kansas und Missouri sowie in Geothermieprojekte im Westen der USA um.

Ende Juni schloss die US-Regierung eine weitere Vereinbarung mit Duke Energy. Für die Rückgabe einer Offshore-Windpacht vor North Carolina erhält das Unternehmen knapp 129 Mio. US-Dollar. Duke will einen entsprechenden Betrag in zusätzliche Erzeugungskapazitäten investieren und nennt dabei neben Erdgas auch Kernenergie und Netzinfrastruktur.

Mit den drei RWE-Pachten und der Ausgleichszahlung von 1,22 Mrd. US-Dollar steigt das Volumen der fünf Vereinbarungen damit auf insgesamt rund 3,93 Mrd. US-Dollar. Insgesamt werden dadurch zwölf Offshore-Windpachten aufgegeben. Der Schwerpunkt der im Gegenzug vereinbarten Investitionen liegt auf LNG, Erdgas sowie der Öl- und Gasförderung.

© IWR, 2026


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07.08.2026

 



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