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Volle Offshore-Windenergie-Pipeline in Europa

Brüssel – Der Ausbau der Windenergie im Meer in Europa ist im ersten Halbjahr 2016 zurückgegangen. Es wurden 114 Offshore-Windkraftanlagen neu installiert, das entspricht etwa einem Fünftel der Vorjahres-Installationen. Dennoch dürften diese Zahlen in Zukunft wieder kräftig anziehen.

In den ersten sechs Monaten 2016 wurden in Europa 114 Offshore-Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 551 Megawatt (MW) errichtet. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2015, als 584 Anlagen mit 2.343 MW Leistung installiert wurden, beträgt der Rückgang bezogen auf die Leistung satte 78 Prozent. Doch dafür haben sich zahlreiche Investoren im ersten Halbjahr entschlossen, in neue Offshore-Windparks zu investieren. Dies geht aus einer neuen Auswertung der European Wind Energy Association (kurz: Windeurope), dem europäischen Windenergieverband, hervor.

Alle neu installierten Anlagen von Siemens

Die 114 neu errichteten Offshore-Turbinen verteilen sich auf insgesamt sind auf vier Windparks: Westermeerwind und Gemini wurden in den Niederlanden gebaut, Gode Wind I und Godewind II in Deutschland. Auf Deutschland entfallen 258 MW und auf die Niederlande 253 MW. Sämtliche Offshore-Anlagen stammen dabei vom Hersteller Siemens. Die installierte Offshore-Gesamtleistung in Europa beträgt laut Windeurope nun 11.538 MW in 82 Windparks und elf Ländern.

Investitionen in Offshore-Windparks ziehen spürbar an

Hoffnung für die Offshore-Industrie kommt hingegen beim Blick auf die geplanten Investitionen im Sektor auf: In den ersten sechs Monaten des Jahres 2016 wurden Investitionsentscheidungen in Höhe von 14 Milliarden Euro in die europäische Offshore Industrie getätigt. Sieben neue Projekte haben bislang eine solche Investitionsentscheidung erhalten. Dies entspricht einer neuen Offshore-Windleistung von 3.700 MW. Verglichen mit der ersten Jahreshälfte 2015 hat sich diese Höhe verdoppelt. Daran macht Großbritannien mit fast Dreivierteln der Summe den größten Anteil aus.

Windeurope rechnet bis Juni 2017 mit weiteren Investitionsentscheidungen in Höhe von 5,2 Milliarden Euro. Derzeit stehen zwei deutsche und zwei belgische Parks kurz vor einem Finanzierungsabschluss. Finanzmärkte erschließen den Offshore Sektor durch verschiedene Investitionen. Mehr Banken sind mit größeren Finanzierungs-Volumina eingestiegen. Neuerdings werden auch institutionelle Investoren mit ins Boot geholt.

13 Windparks mit 4.200 MW Leistung werden derzeit gebaut

Derzeit befinden sich 13 Windparks in der Bauphase, was einer Windleistung von 4.200 MW entspricht. Sieben der 13 Parks starteten 2016 in die Bauphase. Dazu zählt auch die Errichtung der Fundamente, was derzeit auf 177 Anlagen in Belgien, Deutschland und Großbritannien zutrifft. Großbritannien führt mit 86 installierten Fundamenten diese Liste an.

Im Durchschnitt haben die 114 im ersten Halbjahr 2016 neuerrichteten Anlagen eine Leistung von 4,8 MW. Im Vorjahreszeitraum lag der Durchschnitt bei 4,2 MW. Die Tendenz geht zu leistungsfähigeren Anlagen wie einer 6-MW-Turbine. Acht der 13 Windparks, die sich derzeit im Bau befinden, setzen auf Analgen mit einer Leistung von sechs oder acht MW.

© IWR, 2016

29.07.2016