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Sektorkopplung: Spatenstich für Power-to-Heat Groß-Anlage in Wedel

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Hamburg - Auf dem Gelände des Heizkraftwerks in Wedel bei Hamburg kann der Bau einer der bislang größten Power-to-Heat-Anlagen in Deutschland beginnen.

Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan, der technische Geschäftsführer von 50 Hertz Dr. Frank Golletz und der Geschäftsführer der Hamburg Wärme GmbH Michael Beckereit haben jetzt gemeinsam den Spatenstich für die neue Anlage vorgenommen. Die Power-to-Heat-Anlage (P2H) wird künftig Windstrom in Fernwärme zum Heizen umwandeln.

Die flexibel einsetzbare Anlage funktioniert nach dem Prinzip eines Tauchsieders. Windstrom wird genutzt, um Wasser zu erwärmen, das in das Fernwärmenetz eingespeist wird. Künftig soll die Power-to-Heat-Anlage dann eingesetzt werden, wenn im Norden mehr Windstrom erzeugt wird, als über die Stromleitungen abtransportiert werden kann. Um diese Engpasssituation abzumildern, kann die Wärme Hamburg auf Anforderung von 50Hertz die PtH-Anlage aktivieren und den Strom zur Wärmeerzeugung nutzen. Dieser Strom müsste anderenfalls abgeregelt werden.

Mit der Fähigkeit, Strom und Wärme miteinander zu koppeln, trägt die neue Anlage dazu bei, den von On- und Offshore Windenergieanlagen erzeugten Strom regional und effizient zu nutzen und dadurch die Wärmeerzeugung auf erneuerbare Energien umzustellen. Mit einer Leistung von 80 Megawatt können rund 27.000 Wohneinheiten mit Fernwärme versorgt werden. Die Inbetriebnahme ist für die Heizperiode 2022/2023 geplant.

Die Investitionskosten für die Anlage und ihre Anbindung an das Stromübertragungsnetz in Höhe von maximal 31,5 Millionen Euro übernimmt der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz. Durch den Einsatz der Anlage sollen pro Jahr bis zu 100.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Gleichzeitig kann der Kohleeinsatz im Heizkraftwerk Wedel bis zur Stilllegung im Jahr 2025 um rund 50.000 Tonnen pro Jahr reduziert werden. Ziel ist es, dass die Hamburger Fernwärme bis 2030 kohlefrei wird.

© IWR, 2021

24.09.2021