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Offshore-Windenergie: BNetzA veröffentlicht Ergebnis der September-Ausschreibung

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Bonn - Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat den Zuschlag in der Offshore-Ausschreibung zum Gebotstermin 1. September 2022 bekannt gegeben.

Gegenstand der Ausschreibung war die in der deutschen Nordsee gelegene Fläche mit der Bezeichnung N-7.2 mit einem Ausschreibungsvolumen von insgesamt 980 Megawatt (MW). Der Höchstwert für Gebote lag bei 6,4 ct/kWh. Den Zuschlag hat die RWE Renewables Offshore HoldCo Four GmbH für einen Gebotswert von Null Cent/Kilowattstunde erhalten.

Ursprünglich hatte der schwedische Energiekonzern Vattenfall an dem Standort die Errichtung von Offshore-Windenergieanlagen geplant. Da in Deutschland aber im Jahr 2017 auf Offshore-Ausschreibungen und ein „zentrales Vergabesystem“ umgestellt wurde, haben die Inhaber von Projekten, die nach dem alten System planungstechnisch bereits weit fortgeschritten waren, im Sinne des Vertrauensschutzes für ihre Flächen ein sog. Eintrittsrecht erhalten. Im Falle der jetzt ausgeschriebenen Flächen N-7.2 liegt das Eintrittsrecht bei der Vattenfall Atlantis 1 und Global Tech 2 Offshore Wind GmbH als Inhaber. Das Eintrittsrecht zur Übernahme der Fläche ist bis zum 31. Oktober 2022 auszuüben.

Mit dem Zuschlag durch die BNetzA geht auch der Anspruch auf einen, vom Stromverbraucher über die Netzentgelte finanzierten, Netzanschluss und die Möglichkeit, den Offshore-Windpark über 25 Jahre zu betreiben, einher. Dazu erhält der Inhaber des Zuschlags das Recht, beim zuständigen Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) die Planfeststellung für die Bebauung der Fläche mit einem Offshore-Windpark zu beantragen. Der Offshore-Windpark soll im Jahr 2027 in Betrieb gehen.

Zuvor hatte das BSH die Fläche im Auftrag der Bundesnetzagentur umfassend voruntersucht und die Eignung der Fläche für die Errichtung eines Offshore-Windparks mit der ausgeschriebenen Leistung festgestellt. Das BSH untersuchte u. a. die Meeresumwelt, den Baugrund und die wind- und ozeanographischen Verhältnisse für die Fläche. Die Kosten der Voruntersuchungen werden auf den bezuschlagten Bieter umgelegt.

Die Fläche N-7.2 liegt in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Nordsee und bildet zusammen mit dem nördlich angrenzenden Vorhaben „He Dreiht“ das im FEP 2020 festgelegte Gebiet N-7. Die Wassertiefen belaufen sich auf 36,5 bis 38,6 Meter (LAT). Die Entfernungen zu den nächstgelegenen Inseln betragen etwa 75 km bis Borkum und ca. 100 km bis Helgoland.

© IWR, 2022

07.09.2022