Offshore Wind-Forschung: BSH und Fraunhofer IWES installieren Monitoring-Messboje
Bremerhaven, Hamburg - Nach umfangreichen Tests im Bremerhavener Hafenbecken im Sommer 2019 haben das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und das Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES mit der Ausbringung und Installation einer Monitoring-Messboje den Offshore-Praxistest in der Nordsee gestartet. Der Standort der Messboje befindet sich westlich der Forschungsplattform FINO 3. Mit der Boje sollen meteorologische und ozeanographische Daten erhoben werden.
Die 2,5 Meter breite und zirka 11 Meter hohe Boje ist mit einem LiDAR (Light Detection And Ranging)-Windmessgerät ausgestattet, das per Laser die Windverhältnisse in Stufen bis in 250 m Höhe erfasst. An einer Sensorkette, die an der Unterseite der Boje angebracht ist und bis knapp über den Meeresboden reicht, erfassen weitere Messgeräte die Strömung in unterschiedlicher Tiefe, den Salz- und Sauerstoffgehalt sowie die Wassertemperatur. Zusätzlich wird ein sog. Bodenabsatzgestell nahe der Boje ausgebracht, das die Strömung über die ganze Wassersäule, die Temperatur und den Salzgehalt am Meeresboden erfasst. Die Boje ist sowohl für Dauermessungen als auch für flexible Messungen einsetzbar.
Die ozeanographischen Daten sollen unter anderem Erkenntnisse über die Auswahl der Fundamente zum Beispiel für Offshore-Windenergieanlagen, für Einschätzungen des Sedimenttransports sowie zur Berechnung von Wellenlasten liefern. Zudem ist die Erfassung und Auswertung der Windverhältnisse in Nabenhöhe von Windenergieanlagen maßgeblich für die Berechnung von Winderträgen und das Design der Anlagen. Die Messdaten können von Unternehmen und Planungsbehörden aus dem Offshore-Windenergiesektor sowie Warn- und Wetterdiensten verwendet werden.
Die Monitoring-Boje wurde von der Konzeption bis zur Fertigung des Prototyps gemeinsam von Fraunhofer IWES und dem BSH im Forschungsverbundprojekt „MoBo“ entwickelt. Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit 1,5 Mio. Euro unterstützt.
© IWR, 2026
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