Atomausstieg Taiwan vorerst endgültig: Keine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke in Taiwan - Referendum gescheitert
Taipeh - Das taiwanesische Parlament hatte nach der Schließung des letzten Atomkraftwerks ein bindendes Referendum zur möglichen Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerks-Standort Maanshan beschlossen.
Das Referendum scheiterte am Samstag (23.08.2025), da die erforderliche Zustimmungsschwelle von 25 Prozent der Wahlberechtigten nicht erreicht wurde. Nach Angaben der Zentralwahlkommission (CEC) stimmten 4,34 Millionen Menschen (21,7 %) mit „Ja“, während 1,51 Millionen (7,5 %) mit „Nein“ votierten. Die Wahlbeteiligung lag bei 29,53 Prozent.
Obwohl mehr Menschen mit „Ja“ als mit „Nein“ abgestimmt haben, erreichte das Referendum nicht die gesetzliche Hürde, die eine Zustimmung von mindestens 25 Prozent der Wahlberechtigten bzw. 5.000.523 Stimmen erfordert.
Der Standort Maanshan, Taiwans dritter AKW-Standort, umfasst zwei Reaktorblöcke mit jeweils 951 MW Bruttoleistung. Diese beiden letzten in Betrieb befindlichen Atomkraftwerke Taiwans sind bereist vom Netz. Maanshan-1 wurde nach 40 Jahren Betriebszeit am 28. Juli 2024 und Maanshan-2 am 18. Mai 2025 endgültig stillgelegt.
Nach dem Scheitern des Referendums gibt es derzeit keine rechtliche Grundlage für eine Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken in Taiwan. Laut Focus Taiwan, dem englischsprachigen Nachrichtendienst der taiwanesischen CNA, betonte Präsident Lai Ching-te (DPP) in einer Pressekonferenz: "Wir streben weiterhin eine nuklearfreie Heimat an, schließen die Nutzung der Kernenergie aber nicht grundsätzlich aus. Sicherheit, Atommülllösungen und gesellschaftliche Akzeptanz bleiben dabei unsere Leitprinzipien."
© IWR, 2026
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