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Offshore-Windenergie im Mittelmeer: Studie nennt Erfolgsfaktoren für den Markthochlauf

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Brüssel – Schwimmende Windkraftanlagen gelten als Schlüsseltechnologie für den Ausbau der Offshore-Windenergie im Mittelmeerraum. Das Politecnico di Torino und der Branchenverband Wind Europe haben deshalb untersucht, welche regulatorischen, infrastrukturellen und industriellen Voraussetzungen neben der Technologie für einen erfolgreichen Ausbau der Offshore-Windenergie erforderlich sind.

Die gemeinsame Studie des Politecnico di Torino (Polytechnische Universität Turin) und Wind Europe „Potentials and challenges of floating wind in the Mediterranean Sea: a joint industrial and academic perspective“ wurde in der Fachzeitschrift Renewable and Sustainable Energy Reviews veröffentlicht. Erarbeitet wurde sie vom MOREnergy Lab des Politecnico di Torino gemeinsam mit Wind Europe. Mitautorin ist Professorin Giuliana Mattiazzo. Die Studie soll politischen Entscheidungsträgern und Unternehmen als fundierte Entscheidungsgrundlage dienen.

Regulierung und Netzanbindung als Schlüsselfaktoren
Eine stabile, vorhersehbare Regulierung bei Genehmigungen, Ausschreibungen und Netzzugang ist laut Studie ebenso entscheidend wie der technologische Reifegrad. Planbare Zeitpläne und Instrumente zur Risikominderung sind notwendig, um Investitionen anzuziehen. Die Netzanbindung ist ein weiterer zentraler Faktor: Verfügbarkeit und Kapazität der Anbindung an das Festlandnetz beeinflussen Projektkosten, Zeitplan und Wirtschaftlichkeit direkt.

Infrastruktur, Lieferketten und Umweltaspekte als weitere zentrale Erfolgs-Bausteine
Für den Ausbau im industriellen Maßstab sind zudem leistungsfähige Häfen, ausreichende Produktionskapazitäten, Logistik und Fachkräfte erforderlich. Die Autoren verweisen zudem auf die Bedeutung von Umweltschutzmaßnahmen, kontinuierlicher Überwachung und eines frühzeitigen Dialogs mit lokalen Gemeinschaften.

Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie
Mit der Studie sollen Politik, Industrieentscheidungen und technische Prioritäten besser aufeinander abgestimmt werden, um ein glaubwürdiges Wachstum der Offshore-Windenergie in einer für die Energiesicherheit und Wettbewerbsfähigkeit Europas strategisch wichtigen Region zu unterstützen. Für das Politecnico di Torino sind das MOREnergy Lab und das Energy Center strategische Schwerpunkte beim Aufbau von Wissen und Werkzeugen zur Stärkung der italienischen und europäischen Energie- und Industriesysteme. Wind Europe sieht in der gemeinsamen Studie eine wichtige Grundlage für die nächste Phase der Offshore-Windentwicklung im Mittelmeerraum.

Mattiazzo betonte, die Entwicklung schwimmender Offshore-Windkraftanlagen im Mittelmeerraum sei sowohl eine industrielle als auch eine strategische Herausforderung. Technologie allein reiche nicht aus, um den Ausbau voranzutreiben: „Wir benötigen auch die richtigen Rahmenbedingungen: Planung, klare Regulierung, Hafeninfrastruktur, Expertise und eine industrielle Lieferkette, die mit den Projekten wachsen kann." Die Zusammenarbeit mit Wind Europe und der Industrie zeige, wie universitäre Forschung wissenschaftliche Analyse, industrielle Perspektiven und strategische Entscheidungsfindung zusammenführen könne, so Mattiazzo weiter.

Malgosia Bartosik, stellvertretende Geschäftsführerin von Wind Europe, unterstrich, dass Technologie nur ein Teil der Lösung sei: „Vorhersehbare Regulierung, koordinierte Netzplanung, die richtige Hafeninfrastruktur und eine einsatzbereite Lieferkette sind allesamt notwendig, um Projekte glaubwürdig, finanzierbar und realisierbar zu machen", so Bartosik.

© IWR, 2026


17.07.2026

 



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