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Finanzierung von Batteriespeichern: Capcora und Suena Energy veröffentlichen Whitepaper zur Bankfähigkeit

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Frankfurt am Main – Batteriespeicher entwickeln sich zu einem zentralen Baustein der europäischen Energiewende. Mit wachsendem Markt und steigender Projektzahl rückt für Entwickler, Investoren und Kreditgeber die Finanzierbarkeit von Speicherprojekten in den Vordergrund. Die Finanzberatung Capcora und der Vermarktungsspezialist Suena Energy haben deshalb ein gemeinsames Whitepaper zur Bankfähigkeit solcher Projekte veröffentlicht.

Das Whitepaper trägt den Titel „Bankability by Design: Finanzierung und Vermarktungsmodelle für Batteriespeicherprojekte" und untersucht aus Sicht der Kreditprüfung vier Bewertungsbereiche: technische Grundlagen, regulatorischen Rahmen, Projektwirtschaftlichkeit und kommerzielle Vermarktungsmodelle. Es steht ab dem 15. Juli 2026 zum kostenlosen Download bereit.

Vermarktungsmodell zählt bei Banken mehr als Technik
Laut Whitepaper gewichten Fremdkapitalgeber die vier Bewertungsbereiche unterschiedlich stark: Technische Grundlagen fließen nur gering in die Kreditprüfung ein, der regulatorische Rahmen mittel – ausschlaggebend sind vor allem Projektwirtschaftlichkeit und das gewählte Vermarktungsmodell, die beide hoch gewichtet werden. Hintergrund ist, dass technische Risiken bei Batteriespeichern heute weitgehend standardisiert und gut einschätzbar sind, während die Verlässlichkeit der Erlöse aus Stromhandel und Systemdienstleistungsmärkten deutlich schwerer zu prognostizieren ist als etwa bei klassischen Anlagen im EEG-Anwendungsbereich.

Eine Fallstudie im Whitepaper macht diesen Zusammenhang an einem konstant gehaltenen Speicherprojekt (2h-BESS, Inbetriebnahme 2027) messbar: Ohne Fremdkapital und bei vollständig marktabhängiger Vermarktung liegt das nötige Anfangs-Eigenkapital bei 550 Euro je kW, bei einer Rendite (IRR) von 15 Prozent. Wird derselbe Merchant-Case mit 60 Prozent Fremdkapitalanteil finanziert, sinkt das Eigenkapital auf 250 Euro je kW, während die Rendite auf 20 Prozent steigt. Bei einer fünfjährigen Festvergütung (Full Tolling, 120 Euro/kW) lässt sich der Fremdkapitalanteil sogar auf 70 Prozent erhöhen – zulasten eines Teils der Marktchancen und mit einer im Vergleich niedrigeren Rendite von 16 Prozent.

„Der Markt für Batteriespeicher entwickelt sich zu einer eigenständigen Assetklasse. Für Banken und andere Kapitalgeber steht dabei nicht das theoretische Erlöspotenzial im Vordergrund, sondern die Frage, wie verlässlich und planbar die künftigen Zahlungsströme eines Projekts sind. Hier gewinnen Vermarktungsstrategie und Risikoverteilung an Bedeutung", sagt Alexander Kuhn, Managing Partner bei Capcora.

Capcora und Suena Energy bündeln Finanzierungs- und Vermarktungsexpertise
Capcora ist eine 2015 gegründete, unabhängige Finanzberatungsboutique mit Sitz in Frankfurt am Main, die sich auf M&A-Transaktionen sowie die Strukturierung von Mezzanine-, Unitranche- und Senior-Finanzierungen für Akteure der europäischen Energiewende spezialisiert hat. Der Hamburger Partner Suena Energy vermarktet Batteriespeichersysteme und erneuerbare Energien und ist nach eigenen Angaben der erste vollständig algorithmische und KI-basierte Anbieter für die Handelsoptimierung in diesem Bereich.

„Batteriespeicher werden zunehmend als kritische Infrastruktur für die Energiewende betrachtet. Ihre Finanzierung entscheidet sich jedoch nicht allein an der Technologie, sondern an der Qualität der Projektstruktur. Wer Vermarktungsmodelle bereits früh in die Projektentwicklung integriert, schafft die Grundlage für finanzierbare und wirtschaftlich erfolgreiche Speicherprojekte", sagt Lennard Wilkening, CEO und Co-Founder von Suena Energy.

Netzanschluss statt Kapital als Engpass
Im Anhang des Whitepapers geben die Autoren einen Ausblick auf die aktuelle Marktlage: Anfang Mai 2026 fiel der Strompreis an der Börse zeitweise auf rund minus 499 Euro je Megawattstunde – nahe der gesetzlichen Untergrenze von minus 500 Euro. Aus Sicht der Autoren ist dies zwar kein alleiniger Business Case für Speicher, es macht aber den steigenden Wert zeitlicher Flexibilität im Stromsystem deutlich. Kapital und Investoreninteresse seien im deutschen Speichermarkt derzeit ausreichend vorhanden; limitierender Faktor sei stattdessen die Fähigkeit, Projekte netzseitig, regulatorisch und finanzierungsfähig umzusetzen – unter anderem wegen offener Fragen zu den Netzentgelten nach 2029, so die Autoren.


© IWR, 2026


15.07.2026

 



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