Grüner Wasserstoff aus Irland für Deutschland – HYreland-Studie sieht großes Exportpotenzial für europäische Versorgungsketten
Fraunhofer-Standortanalyse: Irland mit starkem Windpotenzial und Industrieinfrastruktur – Fokus auf Cork und Westküste
Die Forschenden des Fraunhofer ISE kommen zu dem Ergebnis, dass Irland über ein besonders günstiges Zusammenspiel aus hohem Offshore-Windpotenzial, bestehender Energieinfrastruktur und politisch unterstütztem Ausbau erneuerbarer Energien verfügt.
Zugleich stellt die Insellage besondere Anforderungen an das Energiesystem: Die Integration schwankender erneuerbarer Erzeugung erfordert flexible Abnehmer. Wasserstoffproduktion kann hier als Speicher- und Ausgleichsoption für überschüssigen Windstrom dienen.
Die Standortanalyse des Fraunhofer ISE identifiziert mehrere Regionen mit besonderem Potenzial, darunter die Räume rund um Cork, Dublin sowie die Westküste bei Moneypoint.
Als besonders geeignet gilt der Standort Aghada im County Cork. Dort treffen Energieinfrastruktur, industrielle Abnehmer wie Raffinerien und Flughäfen sowie Exportmöglichkeiten über den Hafen Cork zusammen. Auch die Nutzung biogener CO₂-Quellen ermöglicht die Produktion synthetischer Kraftstoffe wie nachhaltigem Flugbenzin (SAF).
Export-Pipeline für Wasserstoff als Schlüsselpfad Richtung Deutschland
Für den Export auf das europäische Festland untersuchte das Fraunhofer ISE verschiedene Transportoptionen, darunter Schiffstransporte und Pipelineverbindungen Richtung Rotterdam und Norddeutschland.
Die Ergebnisse zeigen: Der Pipeline-Transport stellt die kostengünstigste Option dar. Die Gesamtkosten für importierten Wasserstoff nach Deutschland liegen je nach Szenario zwischen rund 160 und 205 Euro pro Megawattstunde.
Damit könnte Irland perspektivisch zu einem vergleichsweise nahen und strategisch relevanten Lieferanten für die deutsche Wasserstoffversorgung werden.
Wettbewerbsfähigkeit: Mehr als eine Kostenfrage
Im internationalen Vergleich mit Ländern wie Marokko, Südafrika oder Brasilien liegt Irland bei den reinen Produktionskosten etwa auf ähnlichem Niveau oder leicht darüber. Entscheidend sind laut Fraunhofer ISE jedoch strukturelle Standortfaktoren.
Dazu zählen insbesondere der Ausbau der Offshore-Windenergie, stabile regulatorische und finanzielle Rahmenbedingungen, qualifizierte Fachkräfte sowie industrielle Erfahrung im Anlagenbetrieb. Diese Faktoren können die Wettbewerbsfähigkeit trotz moderater Kostennachteile deutlich stärken.
Industriecluster und synthetische Energieträger als Baustein
Die Studie zeigt zudem, dass integrierte Industriecluster eine zentrale Rolle spielen könnten. Dabei werden Wasserstoffproduktion, industrielle Nutzung und Exportinfrastruktur räumlich gebündelt.
Neben Wasserstoff selbst stehen auch Derivate wie Ammoniak, Methanol, Dimethylether sowie e-Kerosin (SAF) im Fokus – als wichtige Energieträger für Industrie, Schifffahrt und Luftfahrt.
Ausblick: Irland als ein Baustein der deutschen Wasserstoffimporte
Das Projekt HYreland wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und wird seine Ergebnisse auf dem World Hydrogen Summit in Rotterdam präsentieren.
Damit rückt Irland stärker in die europäische Wasserstoffstrategie. Für Deutschland könnte sich daraus eine zusätzliche Importquelle für klimaneutrale Energieträger entwickeln – als Ergänzung zu bestehenden internationalen Lieferketten und über zentrale Importkorridore in Nordwesteuropa.
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Neben Wasserstoff selbst stehen auch Derivate wie Ammoniak, Methanol, Dimethylether sowie e-Kerosin (SAF) im Fokus – als wichtige Energieträger für Industrie, Schifffahrt und Luftfahrt.
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© IWR, 2026
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