EU vergibt Wasserstoff-Zuschläge: Über 1 Milliarde Euro für Dekarbonisierung der Industrie und Elektrolysekapazitäten im Gigawattmaßstab
Die Wasserstoffbank steht für eine industriepolitische Skalierungsstrategie der EU für grünen Wasserstoff. Über EU-weit koordinierte Ausschreibungsrunden mit festen Produktionsprämien sollen Investitionsrisiken reduziert, verlässliche Preissignale im entstehenden Markt etabliert und ein stärker integrierter europäischer Wasserstoffmarkt aufgebaut werden. Ziel ist es, den Hochlauf der Produktion zu beschleunigen und zugleich die langfristige Dekarbonisierung von Industrie und Energiesystem abzusichern.
EU-Wasserstoffbank vergibt Zuschläge im Milliardenumfang
Die Europäische Kommission hat neun Wasserstoffproduktionsprojekte im Rahmen der dritten Auktion der Europäischen Wasserstoffbank ausgewählt. Grundlage ist ein wettbewerbliches Ausschreibungsverfahren, bei dem Unternehmen Gebote in Euro pro Kilogramm Wasserstoff einreichen. Die Projekte mit dem geringsten Förderbedarf erhielten den Zuschlag, bis das verfügbare Budget ausgeschöpft war.
Insgesamt stellt die EU rund 1,09 Milliarden Euro aus dem Innovationsfonds des Emissionshandelssystems bereit. Die ausgewählten Projekte sollen in sieben Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums umgesetzt werden und rund 1,1 Gigawatt Elektrolyseleistung aufbauen. Über einen Zeitraum von zehn Jahren wird eine Produktion von mehr als 1,3 Millionen Tonnen Wasserstoff erwartet.
Der erzeugte Wasserstoff soll insbesondere in energieintensiven Branchen wie Chemie und Verkehr eingesetzt werden. Nach Angaben der Kommission können dadurch rund neun Millionen Tonnen CO2-Äquivalente vermieden werden. Die Förderung erfolgt über eine feste Produktionsprämie zwischen 0,44 und 3,49 Euro pro Kilogramm Wasserstoff, die die Differenz zwischen Produktionskosten und Marktpreis ausgleicht.
Wasserstoffbank als industriepolitisches Skalierungsinstrument der EU
Mit der Europäischen Wasserstoffbank verfolgt die EU-Kommission eine gezielte Umsetzung der in der EU-Wasserstoffstrategie vorgesehenen Marktmechanismen. Im Mittelpunkt steht ein marktbasiertes Auktionssystem, das Fördermittel nicht pauschal verteilt, sondern gezielt nach dem jeweils geringsten Unterstützungsbedarf vergibt.
Die Kommission verbindet damit drei zentrale Zielsetzungen: Erstens sollen garantierte Preisprämien Investitionsrisiken bei kapitalintensiven Elektrolyseprojekten senken. Zweitens soll die Auktionierung europaweit vergleichbare Preis- und Kostensignale für Wasserstoff schaffen. Drittens soll die Skalierung der Produktionskapazitäten beschleunigt werden, um eine international wettbewerbsfähige Wasserstoffwirtschaft in Europa aufzubauen.
Ergänzend setzt die EU auf eine stärkere Verzahnung von europäischer und nationaler Förderung. Über das Instrument „Auctions-as-a-Service“ können Mitgliedstaaten zusätzliche Mittel in das EU-Verfahren einbringen. Deutschland stellt hierfür bis zu 1,3 Milliarden Euro bereit, Spanien bis zu 440 Millionen Euro. Ziel ist eine effizientere Bündelung öffentlicher Investitionen und die Vermeidung fragmentierter Förderlandschaften.
Industrie- und Energiepolitik im Umbruch
Die ausgewählten Projekte decken unterschiedliche Anwendungsbereiche ab, darunter industrielle Nutzung sowie maritime Anwendungen. Besonders im Fokus steht die Substitution fossiler Energieträger in schwer zu dekarbonisierenden Sektoren wie der Chemieindustrie und der Schifffahrt.
Zu den bezuschlagten Vorhaben zählt etwa das finnische Projekt „Cloudberry“, das mit 500 Megawatt Elektrolyseleistung eines der größten Einzelprojekte der Auktion stellt. In Deutschland wurde unter anderem das Projekt „Lotse“ mit 120 Megawatt Kapazität ausgewählt, das auf industrielle Anwendungen ausgerichtet ist. In Dänemark erhielten Projekte wie „NJK“ und „ALBA“ Zuschläge, die gemeinsam mehrere hundert Megawatt Elektrolyseleistung umfassen. Im maritimen Bereich wurden zudem norwegische Projekte berücksichtigt, die auf Wasserstoffanwendungen in der Schifffahrt abzielen.
Die Projekte müssen innerhalb von zweieinhalb Jahren den finanziellen Abschluss erreichen und spätestens nach fünf Jahren in Betrieb gehen. Die Umsetzung wird durch die EU-Exekutivagentur CINEA begleitet und überwacht.
© IWR, 2026
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