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Indien startet Ausschreibung für Offshore Windenergie

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Tamil Nadu / Indien, Münster – Der Ausbau der Offshore-Windenergie in Indien steht noch ganz am Anfang. Das könnte sich mit dem Start der ersten Offshore-Ausschreibung jedoch schnell ändern.

5.000 Megawatt (MW) Offshore-Windenergie-Leistung sollen nach den Plänen der indischen Regierung bis zum Jahr 2022 vor der Küste Indiens errichtet werden. Das indische „National Institute of Wind Energy“ (NIWE) hat jetzt die erste Offshore-Ausschreibung Indiens über ein Gesamtvolumen von 1.000 MW Windenergieleistung gestartet.

Offshore-Standort mit 23 bis 40 Kilometer Küstenentfernung

Um das Offshore-Windenergie-Potenzial Indiens zu erschließen, hat die indische Regierung 2015 eine nationale Offshore Windenergie Strategie (National Offshore Wind Policy) verabschiedet. Darin sind die Regionen erfasst, die ein hohes Offshore-Potenzial aufweisen und im Rahmen von Auktionsverfahren für die Standortentwicklung ausgeschrieben werden sollen. Bei der jetzt eröffneten Interessensbekundung zur Teilnahme an der Ausschreibung geht es um die Realisierung von 1.000 MW Offshore-Windenergieleistung vor der Küste von Gujarat im Golf von Khambat im Westen Indiens mit einer Küstenentfernung von 23 bis 40 km.

Umfangreiche Erfahrung mit Offshore-Projekten wird erwartet

Voraussetzung zur Teilnahme an der Ausschreibung ist, dass die Unternehmen über definierte Expertisen auf dem Windenergiesektor verfügen: Für anbietende Unternehmen aus dem Ausland gilt, dass sie bereits Offshore-Projekte mit mehr als 500 MW-Leistung realisiert haben. Indische Onshore Hersteller bzw. Projekt-Entwickler können teilnehmen, wenn sie 500 MW Onshore-Windenergieleistung in Indien installiert haben und mit internationalen Offshore-Windenergieherstellern bzw. Projektentwicklern kooperieren, die ihrerseits mindestens 500 MW Offshore-Leistung realisiert bzw. entwickelt haben. Interessierte Unternehmen müssen zudem in den letzten drei Jahren einen durchschnittlichen jährlichen Umsatz von 5 Mrd. Indischen Rupien (rd. 62 Mio. Euro) erzielt haben. Die endgültige Auswahl der Entwickler des ersten Offshore-Windparks wird per Ausschreibungen zwischen den ausgewählten Parteien getroffen. Interessensbekundungen können bis zum 25. Mai 2018 abgegeben werden.

Indiens Offshore-Strategie 2015 verabschiedet

Indien verfügt über 7.600 km Küste, die im großen Stil für die Offshore-Windenergie erschlossen werden sollen. Die indische Regierung hat bereits im Jahr 2014 mit der Entwicklung einer Offshore-Roadmap begonnen. Ein Teilziel war die Schaffung eines Umfeldes für die Offshore-Windenergie durch entsprechende Kartierungen, politische Beratung sowie Wissenstransfer. Im September 2015 hat das indische Kabinett dann die nationale Offshore-Strategie über die Errichtung von Offshore-Windparks in der ausschließlichen Wirtschaftszone des Landes verabschiedet. Zudem wurde die Koordinierung des Offshore-Windenergieausbaus in Indien an das Nationale Institut für Windenergie (NIWE) übertragen.


© IWR, 2018


17.04.2018