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Offshore Windenergie schwächelt in Europa

Brüssel – Der Ausbau der Offshore Windenergie hat im Jahr 2016 nicht nur in Deutschland sondern in ganz Europa an Fahrt verloren. Die Branche gibt sich dennoch optimistisch, denn die Investitionen für die kommenden Jahre sind kräftig gestiegen.

In Europa sind im Jahr 2016 Offshore Windkraftanlagen mit einer Leistung von über 1.500 Megawatt (MW) auf See neu ans Netz gegangen. Das ist nur knapp halb so viel wie im Rekordjahr 2015, wie der Fachverband Wind Europe mitteilt. Die Hälfte des Zubaus entfällt dabei auf Deutschland.

Europa bringt über 1.500 MW Offshore-Windkraftleistung ans Netz

Im Jahr 2016 sind in Europa insgesamt 338 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von 1.558 MW netto neu ans Netz gegangen. Das sind 48 Prozent weniger als im Rekordjahr 2015 mit 3.013 MW Windleistung. Der Rekordzubau im Vorjahr wurde dabei größtenteils auf netzbedingte Nachholeffekte in Deutschland zurückgeführt.

Doch trotz der Zubau-Delle im vergangenen Jahr gingen in Europa auch 2016 die meisten Offshore-Windenergieanlagen in Deutschland ans Netz. Der Netto-Zubau liegt bei 813 MW. Darin ist bereits der Rückbau der 5-MW-Demoanlagen in Hooksiel berücksichtigt. Es folgen die Niederlande mit 691 MW vor dem Vereinigten Königreich mit 56 MW.

Großbritannien bleibt weiter auf Platz 1

Die installierte Windenergieleistung auf See steigt in Europa auf 12.631 MW. Weitere 69 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 399 MW stehen zum Anschluss an das Stromnetz bereit. Die größte Offshore-Leistung weist nach wie vor Großbritannien mit 5.156 MW auf, dicht gefolgt von Deutschland mit 4.108 MW. Es folgen Dänemark (1.271 MW), die Niederlande (1.118 MW), Belgien (712 MW) und Schweden (202 MW).

Offshore-Investitionen steigen auf 18 Mrd. Euro

Die aktuelle Ausbau-Delle stimmt die Branche aber keineswegs pessimistisch, denn die Auftragsbücher sind besser gefüllt denn je. Im Jahr 2016 wurden Investitionsentscheidungen über Offshore-Windparks im Volumen von 18,2 Mrd. Euro getroffen, 39 Prozent mehr als im Vorjahr (2015: rd. 13 Mrd. Euro). Mehr als die Hälfte (10,5 Mrd. Euro) davon entfällt auf Großbritannien, wo u.a. die Investitionsentscheidung für den weltgrößten Offshore-Windpark Hornsea gefallen ist.

„Es ist gut, das hohe Investitionslevel in die Offshore Windenergie zu sehen“, kommentiert Giles Dickson, CEO von Wind Europe. Die Branche sorgt sich allerdings um die Entwicklung nach 2020. Bislang haben nur Deutschland, die Niederlande und Großbritannien einen weiteren Offshore-Ausbau über das Jahr 2020 hinaus signalisiert.

© IWR, 2017

27.01.2017

 



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