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Pressemitteilung EE.SH / Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH, WAB e.V., AquaVentus Förderverein e.V.

In sechs Schritten zur Wasserstofferzeugung auf See

Überreichung des Appells „Partnerschaft für eine klimaschützende Wasserstoffproduktion aus Offshore-Windenergie auf der Hannover Messe an Andreas Rimkus MdB, Wasserstoff-Beauftragter der SPD-Fraktion (im Foto links)<br />
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Überreichung des Appells „Partnerschaft für eine klimaschützende Wasserstoffproduktion aus Offshore-Windenergie auf der Hannover Messe an Andreas Rimkus MdB, Wasserstoff-Beauftragter der SPD-Fraktion (im Foto links)
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Berlin, Bremerhaven, Hamburg, Helgoland, Husum (iwr-pressedienst) - In einem gemeinsamen Agenda-Papier setzen sich acht Verbände und Netzwerke als „Offshore-Wind-H2-Achter“ für sechs Schritte ein, mit deren Hilfe die Wasserstofferzeugung auf See in Deutschland ermöglicht wird. Zentrale Ziele der Initiative: Den Beitrag dieser Technologie für die Dekarbonisierung der Industrie zu stärken und die Vielfalt der Bezugsquellen für heimisch gewonnenen „grünen“ Wasserstoff zu erhöhen.


1. Verpflichtendes Mengenziel für Grünen Wasserstoff beschließen und die entsprechenden Flächen bereitstellen

Das Ausbauziel für die Offshore-Wasserstofferzeugung sollte auf zehn Gigawatt bis 2035 in der Nationalen Wasserstoffstrategie und im Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG) verbindlich festgelegt werden, um einen stabilen Entwicklungspfad aufzuzeigen. Im Rahmen eines Sprinterprogramms für die Grüne Wasserstoffproduktion in Deutschland für 3 Gigawatt (2 Gigawatt Offshore plus 1 Gigawatt Onshore) schlagen die Unterzeichnenden Ausschreibungen für das 1. Quartal 2023 vor.


2. EU-rechtliche Vorgaben an den Strombezug für die Elektrolyse weit fassen

Um ausreichend Wasserstoff zu wettbewerbsfähigen Preisen produzieren zu können, müssen die Anforderungen an den Strombezug für die Elektrolyse möglichst weit gefasst werden. Die Vorgaben der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) der Europäischen Union (EU) werden dem nicht gerecht. Die Begrenzung auf Neuanlagen führt zu einem eheblichen Kostenanstieg bei der Elektrolyse sowie dazu, bei gleicher Elektrolyseurleistung deutlich weniger Grünen Wasserstoff produzieren zu können. Die Bundesregierung sollte bei der Umsetzung der EU-Regeln deshalb auch ausgeförderte und ältere EE-Stromanlagen als zusätzlich betrachten.


3. Wasserstoff-Sammelpipelines in der Nordsee ermöglichen

Laut einer aktuellen Studie bietet eine Pipeline gerade bei größeren Entfernungen erhebliche Vorteile gegenüber einer See- und Landkabelverlegung mit Blick auf Zeitersparnis und Umweltverträglichkeit. Bei einer installierten Erzeugungsleistung von 10 Gigawatt wären für eine vergleichbare elektrische Leistung 5 Kabelsysteme erforderlich.


4. Erzeugung von Grünem Wasserstoff wirtschaftlich machen

Noch ist Grüner Wasserstoff nicht wettbewerbsfähig gegenüber Wasserstoff, der aus fossilen Brennstoffen hergestellt wird. Die Entwicklung eines wettbewerblichen Marktdesigns für Offshore-Wind-Wasserstoff ist daher ein erforderlicher Schritt zum Ausgleich von Kostendifferenzen. Das Förderkonzept soll auf der geprüften EU-konformen marktnahen Systematik von H2Global aufbauen und zunächst mindestens 2 Gigawatt Elektrolyseleistung unterstützen. Analog zum bisher importorientieren H2Global Programm für die heimische Erzeugung sollten Carbon Contracts for Difference die Möglichkeit bieten, die Abnahmebereitschaft für Grünen Wasserstoff anzureizen.


5. Ausbildungs- und Beschäftigungsprogramm starten

Die Unterzeichnenden fordern, die Erfordernisse der Energiewende von der schulischen, beruflichen und akademischen Bildung den Anforderungen entsprechend anzupassen. Dazu gehört eine starke Förderung von Frauen in sogenannten technischen Berufen.


6. Wasserstoff-Partnerschaft zwischen Politik und Wirtschaft bilden

Die unterzeichnenden Organisationen setzen sich für eine Partnerschaft von Politik und Wirtschaft ein, um zügig und effektiv an notwendigen Weichenstellungen für den Ausbau der erneuerbaren Energien gemeinsam mit Grünem Wasserstoff insbesondere auf See zu beschleunigen. Dafür steht der „Offshore-Wind-H2-Achter“, eine 2021 gegründete Verbundinitiative der unterzeichnenden Akteure.


Zu den Unterzeichnern des Papiers zählen der AquaVentus Förderverein, der Bundesverband Windenergie Offshore, der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband, der Förderverein des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg e.V., die Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein EE.SH., die IG Metall Bezirk Küste, die Stiftung Offshore-Windenergie sowie der Wind-Wasserstoffverband und das Innovationscluster WAB e.V.

Link zum Agenda-Papier: https://bit.ly/Offshore-H2-8er-Appell


Download Pressefoto:

https://www.iwrpressedienst.de/bild/ee-sh/8997c_2022-06-Uebergabe-Offshore-Wind-H2-Appell.jpg

BU: Überreichung des Appells „Partnerschaft für eine klimaschützende Wasserstoff-produktion aus Offshore-Windenergie auf der Hannover Messe an Andreas Rimkus MdB, Wasserstoff-Beauftragter der SPD-Fraktion (im Foto links) durch WAB e.V.-Geschäftsführerin Heike Winkler, DWV-Vorstandsvorsitzender Werner Diwald und Jörg Singer, 1. Vorsitzender des AquaVentus e.V.

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Berlin, Bremerhaven, Hamburg, Helgoland, Husum, den 03. Juni 2022


Veröffentlichung und Nachdruck honorarfrei; ein Belegexemplar an die EE.SH / Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH, WAB e.V. bzw. AquaVentus Förderverein e.V. wird freundlichst erbeten.



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Internet: https://aquaventus.org



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