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Windenergie-Konferenz diskutiert über zukünftige Erlösmodelle

© Sina Clorius / Projekt EE.SH© Sina Clorius / Projekt EE.SH

Husum / Kiel – Mit der Einführung der EEG-Ausschreibungen haben sich die Rahmenbedingungen für die Windenergienutzung grundlegend gewandelt. Strategien gegen den steigenden Kostendruck bei Windenergieprojekten waren zentrales Thema einer Onshore Wind-Konferenz in Kiel.

„Der Wind hat sich leider gedreht“, so die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer zur aktuellen Energiepolitik in ihrem Eröffnungsstatement auf der Onshore-Windenergie-Konferenz Windwert. Etwa 150 Akteuren der schleswig-holsteinischen Windbranche haben sich auf der Veranstaltung mit Fragen zur Finanzierbarkeit vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung auf landes- und bundespolitischer Ebene befasst.

Referenten stellen Strategien gegen den Kostendruck bei Windprojekten vor

Simon Matthiessen von der Firma Green Giraffe stellte in seinem Statement die in anderen Ländern bereits gebräuchlichen direkten Stromlieferverträge zwischen Produzenten und Firmenkunden (Corporate Power Purchase Agreements) vor. Diese werden in Deutschland voraussichtlich an Bedeutung gewinnen, wenn die gesetzlich garantierte Stromabnahme für zahlreiche EE-Anlagen in wenigen Jahren ausläuft bzw. ein Betrieb von Windparks gänzlich ohne Unterstützung wirtschaftlich möglich ist, so Matthiessen.

Torge Wendt von der Firma Nordgröön empfahl Anlagenbetreibern, schon jetzt ihren Strom direkt zu vermarkten. Sein Unternehmen bietet entsprechende Verträge für Erzeuger und Verbraucher an und vernetzt sie, um Schwankungen in der Energieerzeugung u.a. durch flexible Verbraucher auszugleichen. Als Beispiel nannte Wendt Industriebetriebe, die bei Energieüberschuss ein Signal von seinem Unternehmen erhalten und daraufhin ihre stromintensiven Prozesse hochfahren.

Voraussetzung für die Vernetzung von Energieverbrauchern und Konsumenten ist die Digitalisierung. Dr. Martin Grundmann von der ARGE Netz GmbH ging in seinem Referatauf den Stellenwert der Digitalisierung ein, die er als „Kitt der Energiewende“ bezeichnete. Der nächste Schritt sei eine Blockchain-Plattform, bei der flexible Strompreise einen Anreiz für Verbraucher bieten, sich beim Energieverbrauch nach der Verfügbarkeit von Energie zu richten und sich auch ihren Stromversorger flexibel auszusuchen.

Frist für Stellungnahmen zu Schleswig-Holsteins Regionalplan beginnt

Mit Blick auf die weitere Entwicklung der bau- und planungsrechtlichen Rahmenbedingungen in Schleswig-Holstein ging Norbert Schlick von der Abteilung für Landesplanung im Innenministerium auf die noch nicht rechtskräftige Teilfortschreibung des Windkapitels im Landesentwicklungsplan ein. Die Entwürfe der Regionalpläne wurden kürzlich veröffentlicht. Während der Konferenz stellte Schlick die Kriterien vor, nach denen die Windenergie-Vorranggebiete ausgewählt wurden. Insgesamt hat die Landesplanung im zweiten Entwurf der Regionalpläne 361 Vorrangflächen, davon 36 als Vorranggebiete für Repowering, vorgesehen. Vom 04.09.2018 bis 03.01.2019 können Stellungnahmen zu den Planungen abgegeben werden.


© IWR, 2018


03.09.2018