Offshore-Windindustrie.de

eine Branche mit Zukunftsperspektive

Fotolia 68668688 L 1280 256

Kosten der Offshore Windenergie

Die Nutzung der Windenergie auf dem Meer stellt die Akteure vor ganz neue Herausforderungen als an Land. Das Seeklima, die aufwendigere Installation der Offshore Windkraftanlagen in unterschiedlichen Wassertiefen sowie die Entfernung zur Küste führen zunächst zu höheren Kosten. Das ändert sich mit zunehmender Erfahrung und Industrialisierung der Offshore Windindustrie.     


Investitionen anfangs höher – Winderträge mehr als doppelt so hoch wie an Land

Die Anfangsinvestitionen für den Bau von Windkraftanlagen auf dem Meer sind deutlich höher als an Land. Neben den Kosten für die Anlagen schlagen die einmaligen Erschließungskosten (u.a. Netzanbindung) zu Beginn der Nutzung der Offshore Windenergie  zu Buche. Wegen der deutlich höheren Windgeschwindigkeiten sind die Erträge von Offshore-Windparks allerdings mehr als doppelt so hoch wie die eines durchschnittlichen Windparks an Land. Zudem produzieren die Offshore Windparks hauptsächlich im Winterhalbjahr überdurchschnittlich viel Windstrom, also zu der verbrauchsstarken Jahreszeit.


Kosten der Offshore Windenergie sinken

Die anfänglich relativ hohen Kosten für den Offshore-Windstrom sinken mit der zunehmenden Erfahrung, denn Einsparpotenziale werden auf allen Ebenen (Errichtung, Logistik, Wartung, etc.) genutzt. Gleichwohl hängen die Kosten der Offshore Windenergie auch stark vom Einzelfall des Projektes ab (Wassertiefe, Entfernung zur Küste, Infrastruktur, etc.). In der nachfolgenden Tabelle sind ausgewählte Offshore-Projekte sowie die Zuschlags-Preise je kWh Offshore Windstrom angegeben.


Ausgewählte Projekte Offshore Windenergie und Zuschlagpreis

Datum

Projekt Plan-Fertigstellung

Standort

Investor

Auktionszuschlag
ct/kWh
 13.04.2017 He Dreiht bis 2025 Deutschland
Nordsee
EnBW 0,00  
 13.04.2017 OWP West bis 2024  Deutschland
Nordsee
Dong Energy 0,00 
 13.04.2017  Borkum Riffgrund West 2 bis 2024 Deutschland
Nordsee 
Dong Energy 0,00 
 13.04.2017 Gode Wind 3 bis 2024  Deutschland
Nordsee
Dong Energy 6,00 
 13.12.2016 Borssele III und IV

 bis 2020

Niederlande
Nordsee 
 Blauwind II 5,45 
 09.11.2016 Kriegers Flak  bis 2022

 Dänemark
Ostsee

 Vattenfall 4,99
 13.09.2016 Vesterhav Nord & Vesterhav Syd bis 2020 Daänemark
Nordsee
Vattenfall 6,38
 07.07.2016 Borssele I und II  ca. 2020 - 2021  Niederlande
Nordsee
 Dong Energy  7,27
 06.03.2015 Horns Rev 3 bis 2020 Dänemark
Nordsee
Vattenfall 10,31

© IWR, 2017, Daten: Dong, Energy, EnBW, Shell, Vattenfall


Bei der Bewertung der Preise für den Windstrom vom Meer muss berücksichtigt werden, dass die Vergleichbarkeit der Offshore-Windparkprojekte nicht immer gewährleistet ist. Je nach Standort bzw. Lage des Offshore-Windparks und Ausschreibungs-Bedingungen der Länder gelten ganz unterschiedliche Kosten-Einflussgrößen (z.B. Netzanbindung). Auch der Zeitpunkt der Fertigstellung der Offshore Windparks und damit die Aufnahme der Stromlieferung spielt eine Rolle, denn bis zur Fertigstellung nach 2020 sind mit der zunehmenden Industriealisierung der Offshore Windbranche weitere Effizienzsteigerungen zu erwarten.


Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) und Offshore Windenergie

Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) bildet die Grundlage für den Ausbau der Windenergie an Land (onshore) und auf See (offshore). Die EEG-Umlage für den Ökostrom ist keine Förderung oder Subventionierung aus Staats- bzw. Steuermitteln, wie häufig in Medien dargestellt. Das EEG-Grundprinzip funktioniert wie ein Fonds mit Einnahmen (Erlöse aus dem Stromverkauf an der Börse) und Ausgaben (Vergütungs-Zahlungen an die Betreiber).


Ausschreibungen und Offshore Windenergie

Die Höhe der Vergütungs-Sätze pro Kilowattstunde für den eingespeisten Windstrom wurde bisher regelmäßig von der Politik im Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) neu festgelegt. Das ändert sich. Ab 2017 wird die Höhe der Vergütungs-Sätze nicht mehr von der Politik bzw. dem Staat vorgegeben, sondern über Ausschreibungen ermittelt. Der Zuschlagspreis für die Vergütungshöhe gilt wie bisher über den gesamten gesetzlich festgesetzten Betriebszeitraum.

Mit der Einführung des Ausschreibungs-Verfahrens zur Ermittlung der günstigsten Vergütungshöhe ist gleichzeitig eine planwirtschaftliche Ausbausteuerung verbunden.  Der Staat schreibt nur zu bestimmten Zeiten Mengen-Kontingente aus und greift so selbst als Akteur in den Energiemarkt ein. Kleinere Marktteilnehmer und Projektierer werden zusehens aus dem Markt gedrängt.


Weiterführende Links

1. Gesetze, EEG, Verordnungen zur Offshore Windenergie - Windenergie auf See

2. Wie das EEG wirklich funktioniert

3. Wie die Politik die EEG-Umlage künstlich hochtreibt