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Das Branchenportal rund um die Windenergie auf See

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Offshore-Windbranche

Mit der steigenden Nutzung der Offshore Windenergie entwickelt sich eine neue Branche mit einem  breiten Akteursspektrum aus den verschiedensten Industrie- und Dienstleistungssektoren. Die Wertschöpfungskette erstreckt sich von der Planung und Finanzierung der Anlagen über die Produktion von Offshore-Windkraftanlagen und Großkomponenten, den Transport und die Errichtung bis hin zum Betrieb und zur Wartung der Windparks. Aufgrund der hohen Anforderungen beim Anlagentransport, der Gründung und der Errichtung ergeben sich beim Ausbau der Offshore-Windenergie im Vergleich zur Onshore-Nutzung zusätzliche Herausforderungen für die beteiligten Unternehmen aus der Windbranche


1. Industrielle Herstellung und Fertigung

Windkraftanlagen-Hersteller

Bei den Herstellern von Offshore-Anlagen handelt es sich um international agierende Unternehmen. Unter den Herstellern von Offshore-Windkraftanlagen befinden sich neben Unternehmen, die sowohl den On- und Offshore-Markt bedienen, einige wenige, die sich ausschließlich auf den Offshore-Markt konzentrieren. Zum Teil  gehören die WEA-Hersteller auch zu Industriekonzernen, die neben On- und Offshore-Windenergieanlagen auch konventionelle Energieerzeugungsanlagen anbieten.


Zulieferer und Komponentenhersteller

Die Zulieferindustrie stellt einen zentralen Teil der Offshore-Wertschöpfungskette dar. Zu den Zulieferern zählen insbesondere Unternehmen der Wirtschaftszweige Stahlbau, Maschinenbau und Elektrotechnik. Wichtige Zulieferunternehmen des Offshore-Sektors sind die Hersteller von Großkomponenten wie Getriebe, Gründungsstrukturen und Türmen sowie Teile und Komponenten des Antriebsstrangs, Rotorblättern und Kabeln.

 


2. Planung und Projektierung


Planungs- und Projektierungsgesellschaften

Planung und Umsetzung von Offshore-Windparks werden oft von spezialisierten Unternehmen übernommen. Zu den Aufgaben der Projektierer gehören neben der Standortwahl die Einhaltung der Raumordnungsvorgaben, die Analyse der windklimatologischen Verhältnisse am geplanten Standort, Auswahl der Anlagenkonfiguration und die Umsetzung des Genehmigungsverfahrens. Des Weiteren ist es Aufgaben von Projektierern, den Bau und die Übergabe des Windparks an den Betreiber/Investor zu übernehmen. Projektierer beteiligen bei Offshore-Projekten oft weitere spezialisierte Dienstleistungsunternehmen, die z.B. für die ökologischen Begleituntersuchungen oder die Analyse der Windverhältnisse zuständig sind.

 


3. Finanzierung und Versicherung

Banken und Finanzinstitute

Bedingt durch die hohen Investitionskosten von Offshore-Windparks werden die Projekte i.d.R. im Rahmen von Projektkonsortien realisiert und durch Privatbanken oder öffentliche Banken wie z.B. die staatliche Förderbank KfW oder die Europäische Investitionsbank kreditfinanziert. Zu den Investorengruppen zählen unter anderem Großkonzerne, Bankenkooperationen und Stadtwerke. Auch kleinere Unternehmen und private Geldgeber können sich an Offshore-Projekten beteiligen, indem sie z.B. über den Kauf von Anleihen zum Kapitalaufbau beitragen.

Versicherungsgesellschaften

Die höheren Ausbauziele für die Offshore-Windenergie in den verschiedenen Ländern führen zu mehr Offshore-Windparks und damit zu einer stärkeren Nachfrage nach Versicherungs-Dienstleistungen. Das Risikomanagement stellt wegen der hohen Investitionssummen von Offshore-Windkraftanlagen eine große Herausforderung dar. Vielfältige Risiken entstehen von der Baugrunduntersuchung über den Offshore-Transport bis zur Inbetriebnahme eines Offshore-Windparks.

 


4. Errichtung und Wartung


Transport- und Logistikunternehmen

Dem Transport- und Logistiksektor kommt aufgrund der Dimensionen von WEA und Großkomponenten, der z.T. küstenfernen Standorte und der oft rauen Wetterverhältnisse auf See bei der Errichtung von Offshore-Windparks eine zentrale Funktion zu. Für den Bau von Offshore-Windparks sind Spezialschiffen wie Errichter- und Transportschiffe erforderlich. Die Schiffswerften stellen innerhalb des Logistiksektors daher eine wichtige Akteursgruppe dar. Neben internationalen Großwerften, die z.B. von Aufträgen für spezielle Offshore-Errichterschiffe profitieren, sind auch kleinere Werften über den Bau von Service- und Versorgungsschiffen in den Offshore-Sektor involviert. Eine weitere Akteursgruppe des Logistiksektor bilden die Seehäfen, über die der Umschlag und der Transport von Anlagen und Komponenten abgewickelt werden.


Bauunternehmen

Die Errichtung der Anlagen, der Bau der Umspannplattformen und die Verlegung der Kabel werden von spezialisierten Bauunternehmen übernommen. Sie verfügen z.B. über Spezialmaschinen zur Errichtung der Fundamente oder Hubschiffe mit speziellen Kränen, die z.B. für die Installation der Rotorblätter benötigt werden. Oft sind mehrere Unternehmen in Arbeitsgemeinschaften an den Projekten beteiligt.


Netzbetreiber

In Deutschland sind für den Netzanschluss der Offshore-Windparks die vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) zuständig. Sie sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Offshore-Windenergieanlagen an das deutsche Stromnetz anzuschließen. Die Frage, welcher ÜNB für den Anschluss eines Offshore-Windparks zuständig ist, ergibt sich aus der Regelzone, in dem die Netzanbindung der Offshore-Windkraftanlagen durchgeführt wird. Zuständig ist der ÜNB, in dessen Regelzone der Offshore-Park errichtet wird (deutsche Nordsee: TenneT, deutsche Ostsee: 50 Hertz).  Aufgabe der Netzbetreiber ist es neben dem Netzanschluss, einen stabilen Netzbetrieb zu gewährleisten.


Windservice- & Wartungsunternehmen

Die Betreiber der Offshore-Windparks erwarten einen störungsfreien Betrieb der Windparks. Eine wichtige Rolle kommt dabei der Betriebsführung und dem Service bzw. der Wartung der Anlagen auf dem Meer zu. Die Wartung wird von den Anlagen-Herstellern oder externen Dienstleistungsunternehmen übernommen. Als vergleichsweise wartungsintensiv gelten bei der Offshore-Windenergie Gründungsstrukturen und Rotorblätter. Von den Service- und Wartungsunternehmen werden zur Überprüfung der Gründungsstrukturen z.B. Tauchroboter eingesetzt oder Maßnahmen zur Schadensfrüherkennung an Rotorblättern durchgeführt.

 


5. Zertifizierung und Prüfung

Mit dem Bau von Offshore-Windparks sind zahlreiche nationale und internationale Vorschriften zu beachten. Unabhängige Zertifizierungs- und Prüfinstitute bieten ihre Dienstleistungen an, damit bei der Umsetzung der Offshore-Windparkprojekte eine hohe Qualität gewährleistet wird.

 


6. Betrieb von Offshore-Windparks

Die Betreiber der Offshore-Windparks sind große nationale und internationale Stromversorger, Stadtwerke-Verbünde, einzelne Kommunalversorger oder auch Projektierungsgesellschaften.