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Schotten planen größten schwimmenden Windpark der Welt

Edinburgh/Münster – Die Idee, schwimmende Offshore-Windenergieanlagen zu installieren und so auch Standorte mit größeren Wassertiefen zu erschließen, ist nicht ganz neu. Ein aktuelles Projekt in Schottland ist hinsichtlich der geplanten Größe rekordverdächtig.

In Schottland hat die Regierung ein Großprojekt mit schwimmenden Windturbinen gebilligt. Acht Anlagen wurden genehmigt, deren Windenergieleistung in Summe bis zu 50 Megawatt (MW) beträgt. Es ist nicht das erste Projekt in diesem innovativen Bereich, dürfte aber nach Fertigstellung der bislang größte sein.

Neue Jobs durch schwimmenden Windpark

Der schottische Energieminister Paul Wheelhouse hat das Projekt mit bis zu acht schwimmenden Windkraftanlagen, die etwa 15 Kilometer südöstlich von Aberdeen platziert werden sollen, nun genehmigt. Hinter dem geplanten Projekt steht die Kincardine Offshore Windfarm Limited. Die schottische Regierung teilte, mit, dass durch die Realisierung 110 neue Jobs im Bereich der Anlagenbaus, der Installation und des Betriebs entstehen. Die schwimmenden Windturbinen könnten genug Strom für rund 56.000 Haushalte erzeugen. Wheelhouse hofft darauf, dass sich so diese Technologie auch in einer neuen Größenordnung demonstrieren lasse. Dann könnten schwimmende Windturbinen Schottland bei der Deckung des Energiebedarfs helfen. Zudem könnte die Lieferkette entwickelt und auf andere Märkte übertragen werden, so Wheelhouse.

Erste schwimmenden Offshore-Turbine 2009 in Norwegen eingeweiht

Im Jahr 2009 wurde die weltweit erste schwimmende Windenergieanlage vor Norwegens Küste eingeweiht. Die Siemens-Windturbine im Rahmen des Projekts "Hywind Demo" ragt 100 Meter über den Meeresspiegel hinaus und verfügt unter Wasser über eine 100 Meter lange Röhre, die mit Ballast wie Wasser und Felsen gefüllt ist. In der ersten Jahreshälfte 2017 soll an der Westküste Norwegens mit "Hywind Scotland" ein Folgeprojekt errichtet werden, das auf 30 MW kommen soll. Im Jahr 2013 meldete Japan die Installation einer schwimmenden 2-MW-Turbine. Zudem wurde ein Demoprojekt in Portugal (25 MW) genehmigt und auch die USA verfolgen hochtrabende Pläne in diesem Bereich. In Kalifornien wurden 2016 Pläne für einen Windpark mit 100 schwimmenden Windenergieanlagen mit einer Leistung von je 7 bis 8 MW bestehen bekannt, die aber noch relativ am Anfang stehen.

© IWR, 2017

14.03.2017