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Nach Revision: Block II des Kernkraftwerks Neckarwestheim wieder am Netz

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Neckarwestheim - Nach Abschluss der diesjährigen Revision ist der 1.400 MW-Block II des 1989 ans Netz gegangenen Kernkraftwerks Neckarwestheim (GKN II) seit Freitag (09. 07.2021) wieder am Netz. In den vergangenen Wochen wurden in der Anlage Prüf- und Instandhaltungstätigkeiten durchgeführt, Brennelemente ausgetauscht und mehrere technische Projekte umgesetzt.

Nach Abschluss aller Arbeiten und nach Zustimmung des baden-württembergischen Umweltministeriums, das als staatliche Aufsichtsbehörde den sicheren Zustand des Kernkraftwerks überwacht, wurde der von EnBW Kernkraft GmbH betriebene Druckwasserreaktor wieder angefahren.

Im Rahmen der vorletzten Revision vor der endgültigen Abschaltung der Anlage Ende 2022 wurden 2.500 einzelne Revisionstätigkeiten durchgeführt. Dazu gehörten neben den jährlichen Routinearbeiten auch Instandhaltungsmaßnahmen an Großkomponenten und größeren Systemen. So wurden z.B. an allen vier Hauptkühlmittelpumpen, an zwei der drei Hauptspeisewasserpumpen sowie an zwei der vier Frischdampfarmaturen Instandhaltungsarbeiten durchgeführt.

Zudem wurden alle rund 16.400 Heizrohre der vier Dampferzeuger erneut umfassend untersucht. Hintergrund sind die 2018 erstmals festgestellten rissartigen Wanddickenschwächungen. Bei der aktuellen Prüfung wurden nach Angaben des Umweltministeriums Baden-Württemberg insgesamt 17 (Vorjahr 7) neue dieser sogenannten linearen Risse festgestellt. Die Anzahl der sicherheitstechnisch relevanten Befunde ist damit rund 0,6 Promille höher als im Vorjahr und erneut deutlich unter dem Niveau von 2018 und 2019. Die Auswertungen der neuen Befunde bestätigen nach Angaben des Umweltministeriums den Trend hin zu deutlich kürzeren und weniger tiefen Wanddickenschwächungen, der sich in den Revisionen von 2018 bis 2020 bereits abgezeichnet hat. Die Prüfergebnisse zeigten auch, dass die ergriffenen Maßnahmen, um Risse zu verhindern bzw. frühzeitig zu erkennen, wirken, so das Ministerium weiter.

Die Revision stand insgesamt unter der Aufsicht des baden-württembergischen Umweltministeriums und wurde im Auftrag des Ministeriums von Gutachtern des TÜV Süd begleitet.

© IWR, 2021

12.07.2021