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Agora Energiewende: Deutschland verliert 2021 Klimaziel aus den Augen

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Berlin - Im Jahr 2021 sind die Treibhausgasemissionen in Deutschland im Vergliech zum Vorjahr um 4,5 Prozent angestiegen. Wie die Agora Energiende mitteilt, droht Deutschland mit einem Plus von 33 Mio. Tonnen CO2 den Anschluss an ihr 2030-Klimaziel zu verlieren.

Haupttreiber für den Emissionsanstieg auf 772 Millionen Tonnen CO2 waren die wirtschaftliche Teilerholung nach dem Pandemiejahr 2020, eine höhere Kohleverstromung bedingt durch stark gestiegene Gaspreise, eine geringere Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien sowie eine kühlere Witterung. Die Agora-Analyse 2021 bestätigt dass die 2020 erreichten Emissionsminderungen überwiegend auf Einmaleffekte in Folge der Pandemie zurückzuführen sind.

Dass der Anteil der erneuerbaren Energien 2020 rückläufig war, basiert auf zwei Effekten: einerseits wurde absolut weniger regenerativer Strom produziert, andererseits erholte sich der Stromverbrauch 2021 von 548 auf 560 Mrd. kWh. Auch dadurch ist der prozentuale Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch gesunken.

2021 war außerdem das Jahr der fossilen Energiepreisrallye mit großen Preissprüngen an den Märkten: Im Jahresverlauf verelffachte sich der Preis von fossilem Gas zwischenzeitlich – von anfangs 20 Euro je Megawattstunde auf über 220 Euro. Infolgedessen wurden Steinkohlekraftwerke verstärkt eingesetzt, so die Agora-Analyse.

Die Energiepreise werden die öffentliche Debatte auch im Jahr 2022 prägen. „Das Energiepreisniveau 2022 wird vor allem von der Entwicklung des Erdgaspreises abhängen, da dieser die Preise für Strom und Wärme vorgibt“, sagt Agora-Experte Müller.

© IWR, 2022

07.01.2022