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Steigende Energiepreise: Energieverbrauch geht im 1. Halbjahr 2022 leicht zurück

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Berlin - Der Energieverbrauch im Inland ist in den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 leicht gesunken. Ein Grund sind steigende Energiepreise.

Der Primärenergieverbrauch in Deutschland lag im 1. Halbjahr 2022 bei 5.950 Petajoule (PJ) bzw. 203,0 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE), das ist gegenüber dem 1. Halbjahr des Vorjahres ein Rückgang um 3,5 Prozent (1 Hj 2021: 6.166 PJ / 210,4 Mio. t SKE). Dieser Rückgang ist vor allem auf Energieeinsparungen infolge der gestiegenen Energiepreise, der wärmeren Witterung sowie der konjunkturellen Eintrübung zurückzuführen. Ohne den verbrauchssenkenden Effekt der milden Witterung wäre der Energieverbrauch nach einer Auswertung der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) nur um 0,5 Prozent gesunken.

Verbrauch von Öl, Kohle und Erneuerbaren Energien steigt - Erdgas und Kernenergie rückläufig

In der Betrachtung der Energieverbrauchsentwicklung nach Energieträgern zeigt sich ein heterogenes Bild. Während der Verbrauch bei den Energieträgern Mineralöl, Stein- und Braunkohle sowie erneuerbaren Energien ein zum Teil starkes Wachstum aufweist, ist der Verbrauch von Erdgas und Kernenergie deutlich zurückgegangen.

So ist der Verbrauch von Mineralöl in den ersten sechs Monaten 2022 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um insgesamt 7,3 Prozent auf 1.901 PJ (64,9 Mio. t SKE) gestiegen. Dieses Wachstum des Mineralölverbrauchs insgesamt, insbesondere jedoch die Zuwächse beim Absatz von Flugkraftstoff (> 60 Prozent) und Heizöl (> 10 Prozent), beruhen nach AGEB-Angaben größtenteils auf einem statistischen Basiseffekt, da der Absatz im 1. Quartal 2021 unter anderem pandemiebedingt kräftig eingebrochen war. Der Verbrauch an Steinkohle nahm insgesamt um 9,2 Prozent auf 546 PJ (18,6 Mo. t SKE) Prozent zu, der Verbrauch von Braunkohle stieg um 10,6 Prozent auf 576 PJ (19,6 Mio. t SKE). Der Beitrag der erneuerbaren Energien legte im 1. Halbjahr 2022 unter anderem durch hohe Windstrommengen im Februar und Zuwächse bei der Solarstromerzeugung um 4,7 Prozent auf 1.087 PJ (37,1 Mio. t SKE) zu.

Der Erdgasverbrauch verminderte sich dagegen im 1. Halbjahr 2022 deutlich um knapp 15 Prozent auf 1.616 PJ (55,1 Mio. t SKE). Hauptursache für diese Entwicklung waren die mildere Witterung sowie das hohe Preisniveau. Zudem verringerte sich der Einsatz von Erdgas zur Stromerzeugung, weil die erneuerbaren Energien höhere Beiträge lieferten. Auch die Stromerzeugung aus Kernenergie verringerte sich im Berichtszeitraum verglichen mit dem 1. Halbjahr des Vorjahres um gut die Hälfte auf 183 PJ (6,2 Mio. t SKE). Der starke Rückgang ist auf die Stilllegung der Anlagen in Grohnde, Brokdorf und Gundremmingen und der damit verbundenen Verminderung der installierten Leistung von 8.113 auf 4.055 Megawatt (MW) zurückzuführen.

Energieträgermix: Mineralöl vor Erdgas - Erneuerbare Energien bauen Anteil aus

Bedingt durch den Verbrauchsanstieg entfällt im Energieträgermix im ersten Halbjahr 2022 mit 31,9 Prozent der größte Anteil auf Mineralöl. Erdgas liegt angesichts des Rückgangs mit 27,2 Prozent nunmehr auf dem zweiten Platz. Der Anteil erneuerbarer Energien wächst um 1,5 Prozent auf 18,3 Prozent. Erneuerbare Energien festigen damit den dritten Platz. Darauf folgen Braunkohle (9,7 Prozent) und Steinkohle (9,2 Prozent). Der Anteil der Kernenergie sinkt um 2,9 Prozent auf nunmehr 3,1 Prozent.

CO2-Emissionen steigen trotz Rückgang des Energieverbrauchs

Die energiebedingten CO2-Emissionen nahmen im 1. Halbjahr nach den vorläufigen Berechnungen der AGEB um rund 1 Prozent zu, da die Rückgänge bei der Stromerzeugung aus Kernenergie sowie beim Einsatz von Erdgas zur Stromerzeugung vornehmlich durch Stein- und Braunkohle ausgeglichen wurden. Zum konkreten Wert der CO2-Emissionen macht die AGEB keine Angaben.


© IWR, 2022


05.08.2022

 



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