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Windstrom-Produktion verfehlt neuen Rekord im Januar 2020 nur knapp

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Münster - Im Januar 2020 hat die deutsche Windstrom-Produktion mit rd. 16 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) den bisherigen Monatsrekord aus dem März 2019 knapp verfehlt. Die Stromerzeugung aus Wind in Europa erreicht im Januar dagegen eine neue Höchstmarke.

Während von Island über Lappland bis Nordrussland immer wieder kräftige Tiefdruckgebiete durchzogen, erstreckte sich über Südeuropa eine Hochdruckzone. Dazwischen befand sich eine starke Südwestströmung, die in großen Teilen Europas inkl. Deutschland für milde Temperaturen und ein hohes Windstrompotenzial sorgte. In der Folge erreicht die Windstromproduktion in Deutschland und Europa hohe Werte. Das geht aus einer ersten Auswertung von Daten der europäischen Netzbetreiber durch das IWR hervor (Datenstand: 04.02.2020).

Deutschland: Windstrom-Monatsrekord aus dem März 2019 hält

Die Windkraftanlagen in Deutschland haben nach den aktuell vorliegenden Daten der europäischen Netzbetreiber im Januar 2020 rd. 16 Milliarden (Mrd.) Kilowattstunden (kWh) Strom produziert (Jan 2019: 14,7 Mrd. kWh). Damit wurde die bisherige Rekordmarke aus dem März 2019 mit 16,2 Mrd. kWh Windstrom nicht ganz erreicht. Während die Stromeinspeisung aus Windkraftanlagen an Land im Januar 2020 mit 12,7 Mrd. kWh nur leicht über dem Vorjahres-Wert (Jan 2019: 12,5 Mrd. kWh) lag, fällt die Stromerzeugung aus Offshore-Windkraftanlagen mit 3,3 Mrd. kWh gegenüber der Vergleichsperiode deutlich höher aus (Jan 2019: 2,2 Mrd. kWh) und klettert zudem auf den bislang höchsten Monatswert.

Europa: 47 Milliarden Kilowattstunden Windstrom im Januar 2020

In Europa erreicht die Windstromerzeugung in den EU-Mitgliedsstaaten im Januar 2019 rd. 47 Mrd. kWh und damit 11 Prozent mehr als im Vorjahresmonat (Jan 2019: 42,3 Mrd. kWh). Damit steigt die Windstromeinspeisung in die Netze der EU-Mitgliedsstaaten auf ein neues Rekordniveau, wenn auch die bisherige Höchstmarke aus dem Dezember 2019 (46,7 Mrd. kWh ) nur knapp überschritten wurde. Während die europäischen Windkraftanlagen an Land mit 39 Mrd. kWh rund 1,8 Mrd. kWh mehr Strom produzierten als im Vorjahresmonat (Jan 2019: 37,2 Mrd. kWh), fällt die europäische Offshore-Windstromzeugung deutlich höher aus. Die Windkraftanlagen auf See kommen in Europa im Januar 2020 auf rd. 8 Mrd. kWh (Jan 2019: 5,1 Mrd. kWh) und übertreffen damit sogar noch den bisherigen Rekordmonat Dezember 2019 (rd. 7,5 Mrd. kWh).

Das EU-Länderranking führt im Januar 2020 Deutschland mit 15,95 Mrd. kWh Windstrom auf Platz 1 an, vor Großbritannien (6,1 Mrd. kWh), Spanien (4,5 Mrd. kWh), Frankreich (3,9 Mrd. kWh), Schweden (3,4 Mrd. kWh), Dänemark (2,1 Mrd. kWh) und Polen (1,9 Mrd. kWh).

Über die Daten der europäischen Netzbetreiber (ENTSO-E)

Die IWR-Auswertung basiert auf der Analyse aller von den nationalen Netzbetreibern zur Verfügung gestellten EU-Länderdaten. Für Deutschland liefern die vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Tennet TSO, 50 Hertz Transmission, Amprion und TransnetBW Daten an den Verband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E). Die Übertragungsnetzbetreiber messen die Netto-Stromeinspeisung in ihren Stromnetzen. Kraftwerke jeglicher Art für die Eigenversorgung ohne Netzeinspeisung können nicht erfasst.

Die Daten zur Brutto-Stromerzeugung in der endgültigen Jahresabrechnung und den amtlichen Statistiken in Deutschland (z.B. BMWi) oder in Europa (Eurostat) können daher von den zeitnahen Messungen und Hochrechnungen abweichen.


© IWR, 2020


07.02.2020

 



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