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RWE sieht Ökostrom-Investitionen eher im Ausland als in Deutschland

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Berlin – Der Essener Energieversorger RWE sieht die Zukunft bei den eigenen Ökostrom-Investitionen eher im Ausland als im eigenen Land. Schuld sind danach die aktuellen Rahmenbedingungen in Deutschland.

Anlässlich des Energietages 2019 des Weltenergierates hat RWE-Chef Schmitz die Bundesregierung kritisiert. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Dow Jones werde laut Schmitz der größte Teil der Öko-Investitionen von RWE nicht in Deutschland landen können.

RWE sieht 65-Prozent Ziel der Bundesregierung in Gefahr

Für RWE-Chef Schmitz sind die Rahmenbedingungen für den Ökostrom-Ausbau in Deutschland zu kompliziert. Wie Dow Jones weiter berichtet, gebe es u.a. zu viele Einsprüche und die Genehmigungsverfahren dauerten zu lange. Es brauche laut Schmitz aber 50.000 zusätzliche Megawatt Leistung aus Erneuerbaren Energiequellen, um bis 2030 einen Ökostrom-Anteil von 65 Prozent erreichen zu können. Die Umsetzung sieht Schmitz eher skeptisch und glaubt auch nicht, dass Deutschland die Klimaziele ohne ausländische Partner wird erreichen können.

RWE hat auch in der Vergangenheit eher in ausländische Ökostrom-Projekte investiert und Deutschland gemieden

Die Investitions-Entscheidungen für das Ausland und gegen heimische Investitionen sind nicht neu. Schon in der Vergangenheit hat RWE kaum in deutsche Ökostrom-Projekte investiert. Laut RWE Angaben betreibt der Energieversorger mit Stand vom 07.11.2019 beispielsweise Windkraftanlagen an Land (onshore) mit einer Gesamtleistung von 4.660,34 MW. Davon entfällt der Löwenanteil auf den Standort USA mit rd. 3.690 MW (Platz 1), vor Italien mit 385 MW Windleistung auf Platz 2 und Großbritannien (281 MW), Polen 143 MW und Schweden (124 MW). In Deutschland betreibt RWE Windkraftanlagen an Land mit einer Leistung von gerade einmal 38 MW. Für RWE sind damit offenbar die Rahmenbedingungen selbst in Italien oder Polen besser als in Deutschland.

Im Bereich Offshore Windenergie weist RWE aktuell ein Windpark-Portfolio mit einer Gesamtleistung von 2.478,60 MW auf See aus. Der größte Anteil entfällt mit 1.483,20 MW auf Großbritannien (Platz 1), vor Deutschland (740,40 MW), Dänemark (207 MW) und Schweden (48 MW). Im Bereich Solarenergie führt RWE bis auf den Standort USA mit einem 30 MW Solarpark keine weiteren Solar-Investitionen auf. Auch der Bioenergie-Sektor ist eher unterbelichtet. Lediglich ein Bioenergie-Projekt (Markinch Power Station) in Großbritannien mit einer Leistung von 55 MW wird von RWE aufgelistet.

© IWR, 2019


07.11.2019

 



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