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Polnischer Ölkonzern setzt auf Offshore-Windenergie

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Münster – Bislang ist Polen mit Blick auf die Offshore-Windenergie ein weißer Flecken. Das scheint sich nun zu ändern. Nach dem norwegischen Energiekonzern Statoil hat der polnische Ölkonzern PKN Orlen Pläne für den Bau von großen Offshore-Windparks in der Ostsee bekanntgegeben.

Die polnische Ostsee hat ein Offshore-Potenzial von über 8.000 MW. Die ersten 4.000 MW könnten nach derzeitigem Stand bereits bis 2030 in Betrieb gehen. Mit dem polnischen Öl- und Gas-Konzern PKN Orlen plant nun ein neuer Player den Einstieg in die Offshore-Windenergie in Polen.

Bis zu 1.200 Megawatt Offshore-Kapazität auf der Agenda

Der polnische Ölkonzern PKN Orlen hat eine Ausschreibung für die Entwicklung eines vorläufigen technischen Konzepts zur Planung und Realisierung von Offshore-Windparks in der Ostsee angekündigt. Unter der Lizenz von PKN Orlen könnte die maximale Leistung der Windparks bei 1.200 Megawatt (MW) liegen. Das technische Konzept deckt ein breites Spektrum inklusive der Errichtung von technischen, Vermessungs- und Dienstleistungsinfrastrukturen ab, die für die Vorbereitung-, Ausführung- und Betriebsphase des Offshore-Windparks erforderlich sind. Nach Abschluss des Ausschreibungsverfahrens und der Auswahl des Auftragnehmers soll ein Vertrag zur Erarbeitung eines Vorentwurfs für die Offshore-Windparks unterzeichnet.

"Die Aufnahme eines Windpark-Projekts steht im Einklang mit unseren strategischen Zielen und Plänen für den Übergang Polens zu einer CO2-armen Wirtschaft. Wir hoffen, dass die Ausschreibung auf großes Interesse von inländischen Unternehmen stößt ", sagte Marcin Wasilewski, Executive Director of Energy bei PKN Orlen.

Statoil baut durch Offshore-Joint-Venture Präsenz in der Ostsee aus

Erst kürzlich hatte der norwegische Energiekonzern Statoil ein Joint-Venture mit dem polnischen Energiekonzern Polenergia bekannt gegeben, an dem beide Partner jeweils 50 Prozent der Anteile halten, um die Entwicklung von Offshore-Windparks in Polen voranzutreiben. Dabei wird Statoil für die Entwicklung, den Bau und den Betrieb der Windparks Baltyk Srodkowy III (BSIII) und Baltyk Srodkowy II (BSII) mit einer geplanten Gesamtkapazität von 1.200 MW verantwortlich sein. Die Gebiete der beiden Windparks befinden sich in der Ostsee in Wassertiefen von 20-40 Metern in 27 beziehungsweise 40 Kilometer Entfernung vom Hafen der nordpolnischen Kleinstadt Leba. Statoil sieht einen wachsenden Offshore-Markt in Polen. Das Joint Venture schaffe neue Möglichkeiten für langfristige Skaleneffekte und Synergien und stärke die Präsenz von Statoil in der Nordsee, so Irene Rummelhoff, Executive Vice President New Energy Solutions bei Statoil.


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23.03.2018