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Macron ernennt Ökologen Hulot zum Umweltminister – EDF-Aktie fällt

Paris – Emmanuel Macron, Sieger der französischen Präsidentschaftswahl und neues Staatsoberhaupt in Frankreich, werkelt fleißig an seinem Kabinett. Im Bereich Energie und Umwelt hat er nun für eine Überraschung gesorgt, zum Leidwesen der Atombranche.

Macorn hat es geschafft, den in Frankreich sehr bekannter Umweltschützer Nicolas Hulot in seine Regierungsmannschaft zu holen. Dieser soll neuer Umweltminister werden und hat seine Zustimmung dazu bereits per Twitter bekanntgegeben. Auch an der Börse hat die Personalie für Bewegung gesorgt.

Hulot will mittelfristig raus aus der Atomkraft

Schon vor dem neuen Präsidenten Macron, der am 14. Mai 2017 in sein Amt als Staatspräsident Frankreichs eingeführt wurde, hatten bereits mehrere seiner Vorgänger versucht, Hulot ins Kabinett zu holen. Doch erst beim 23 Jahre jüngeren Macron willigte der 62-jährige Hulot ein. Hulot engagierte sich in der Vergangenheit mehrfach im Vorfeld von Präsidentschaftswahlen für ökologische Themen.

Nun soll Hulot seine Positionen in Umweltfragen im neuen Kabinett unter Premierminister Édouard Philippe verfolgen, als Minister für den ökologischen und solidarischen Übergang. Der Posten umfasste zuletzt auch das Thema Energieversorgung. Hulot, der unter anderem Umweltverbände gegründet und aufgebaut hat, hatte im März den Ausstieg aus der Atomkraft als "mittelfristiges Ziel" genannt.

EDF-Aktie nach Hulot-Nachricht kräftig unter Druck

Was bei den Befürwortern der Energiewende in Frankreich und bei Umweltschützern gut ankommt, stößt bei den Aktionären des französischen Atomkonzerns EDF auf Ablehnung. Die EDF-Aktie verlor im Handel am Mittwoch um 6,6 Prozent an Wert. EDF gehört zwar zu rund 83 Prozent der französischen Regierung, dennoch fiel das Papier an der Börse kräftig zurück. Der Konzern betreibt derzeit 58 Atomkraft-Reaktoren in Frankreich und würde durch die Pläne Hulots zum schnelleren Rückzug aus der Atomenergie leiden. Eigentlich hatte sich EDF auf Basis einiger Aussagen Macrons im Rahmen des Wahlkampfes Hoffnungen gemacht, dass der Zeitplan für die Reduktion des Atomstromanteils in Frankreich von 75 auf 50 Prozent aufgeweicht werden könne.

© IWR, 2017

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