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Riesiges Stromverteilnetz für Windstrom verbindet Nordsee-Anrainerstaaten

Bayreuth/Fredericia, Dänemark/Frankeneng, Niederlande – Die Nordsee wandelt sich immer mehr zum Energiefeld der Zukunft. Mehrere europäische Übertragungsnetzbetreiber haben sich nun zusammengeschlossen, um auf See eine oder mehrere Energie-Verteilkreuze zu errichten. Es geht um bis zu 100.000 Megawatt Windenergieleistung.

Übertragungsnetzbetreiber aus den Niederlanden, Deutschland und Dänemark wollen in der Nordsee eine oder mehrere Energie-Verteilkreuze mit Interkonnektoren zu den Anrainerländern der Nordsee errichten. Windparks mit einer Leistung bis zu 100.000 Megawatt (MW) werden so in das europäische Stromnetz eingebunden.

Europäische Übertragungsnetzbetreiber unterzeichnen Kooperations-Vereinbarung

Die Übertragungsnetzbetreiber Tennet TSO B.V. (Niederlande), Energinet.dk (Dänemark) und Tennet TSO GmbH (Deutschland) werden am 23. März 2017 in Brüssel eine Vereinbarung unterzeichnen, mit der die Entwicklung eines großen europäischen Systems zur Gewinnung und Verteilung erneuerbarer Energie in der Nordsee vorangetrieben werden soll. Tennet hatte die Vision für das Windenergie-Verteilkreuz in der Nordsee bereits im Juni 2016 vorgestellt.

Energie-Inseln für 100.000 MW Windenergieleistung

Im Mittelpunkt dieses Plans steht der Bau einer oder mehrerer Inseln, sogenannter Energie-Verteilkreuze mit Interkonnektoren zu Anrainerländern, mitten in der Nordsee, u.a. in der Dogger Bank. An diese Inseln werden mehrere Offshore-Windparks mit einer Leistung von bis zu 70.000 bis 100.000 MW angeschlossen.

Auf den Inseln wird die erzeugte Drehstrom-Windenergie in Gleichstrom umgewandelt und über Gleichstromleitungen an die Nordseeländer, wie z.B. Deutschland, die Niederlande, Dänemark, Großbritannien, Norwegen und Belgien verteilt und übertragen. Gleichzeitig dienen die Übertragungsleitungen als Interkonnektoren zwischen den Energiemärkten der angeschlossenen Länder. Diese „Windkonnektoren“ ermöglichen daher den länderübergreifenden Handel mit Strom.

Gespräche mit weiteren Partnern laufen

Die Partner Tennet und Energinet.dk führen derzeit Gespräche mit weiteren potenziellen Partnern. Dazu zählen neben weiteren Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) anderer Nordsee-Anrainerstaaten auch andere (Infrastruktur-)Unternehmen. Ziel ist ein umfassendes Konsortium mit zahlreichen Partnern, die das Verteilkreuz-Projekt in der Nordsee umsetzen werden.

Innovative Großprojekte senken Kosten der Offshore-Windenergie weiter

„Dieses Projekt kann erheblich zu einer vollständigen Versorgung mit erneuerbarer Energie in Nordwesteuropa beitragen“, resümiert Mel Kroon, CEO von Tennet. Beide Unternehmen verfügen über umfassende Erfahrung in den Bereichen Onshore-Netze, Verbindung von Offshore-Windenergie und grenzübergreifende Anschlüsse, so Kroon weiter. „Ich freue mich, dass wir diesen Schritt zusammen mit unseren dänischen Kollegen unternehmen und ich würde die Beteiligung anderer Übertragungsnetzbetreiber und weiterer Partner sehr begrüßen“.

Peder Østermark Andreasen, CEO von Energinet.dk, unterstreicht die stetig sinkenden Kosten der Offshore-Windenergie. „Wir brauchen innovative Großprojekte, damit Offshore-Wind in der Energieversorgung der Zukunft einen noch größeren Stellenwert einnehmen kann“ so der Experte.

© IWR, 2017

09.03.2017