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Vattenfall-Verlust wegen Konzernumbau

Berlin – Der schwedische Energiekonzern Vattenfall hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2016 erneut einen Verlust erwirtschaftet. Vor allem Altlasten aus dem konventionellen Energiegeschäft belasten die Bilanz. Aber es gibt auch Lichtblicke.

Der in Deutschland stark vertretene schwedische Energiekonzern Vattenfall hat die Braunkohlekraftwerke in Deutschland an einen tschechischen Versorger verkauft. Daher unterscheidet Vattenfall in im aktuellen Geschäftsbericht zwischen fortgeführten Aktivitäten und sämtlichen Aktivitäten.

Verluste in Milliardenhöhe

Vattenfall hat von Januar bis September 2016 bezogen auf alle Konzernaktivitäten einen Umsatz von 114,8 Mrd. schwedischen Kronen (SEK; rd. 11,8 Mrd. Euro) erwirtschaftet, ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Q1-Q3 2015: 119,0 Mrd. SEK; 12,2 Mrd. Euro). Das Ergebnis nach Steuern wurde durch Wertberichtigungen im 2. Quartal, insbesondere auf deutsche Braunkohlekraftwerke, in Höhe von 30 Mrd. SEK (3,1 Mrd. Euro) erheblich belastet, sodass in den ersten neun Monaten unterm Strich ein Verlust von 21,9 Mrd. SEK (2,3 Mrd. Euro) anfällt. Damit kann Vattenfall die Verluste minimal eindämmen, in den ersten neun Monaten 2015 lag der Verlust bei 22,2 Mrd. SEK (2,3 Mrd. Euro).

Vattenfall-CEO Magnus Hall zeigt sich trotz des hohen Verlustes mit dem Ergebnis sehr zufrieden. „Das dritte Quartal stellt einen Meilenstein für Vattenfall dar. Der Verkauf der Braunkohleaktivitäten ist ein wesentlicher Schritt bei unserer Anpassung an neue Marktbedingungen und unsere Umstellung auf ein dauerhaft nachhaltiges Energiesystem“, so Magnus.

Gewinn bei fortgeführten Aktivitäten

Grund für die positive Einschätzung ist, dass der Konzern in den fortgeführten Aktivitäten einen kleinen Gewinn ausweisen kann. Ohne das Braunkohlegeschäft hat Vattenfall von Januar bis September 2016 einen Gewinn nach Steuern von 1,8 Mrd. SEK (0,2 Mrd. Euro) erwirtschaftet. Im Vorjahreszeitraum hat der Konzern in diesem Geschäftsbereich noch einen Verlust von 9,3 Mrd. SEK (1,0 Mrd. Euro) verkraften müssen. Geringere Kosten und deutlich niedrigere Abschreibungen infolge von vergangenen Wertminderungen trugen zum verbesserten Ergebnis bei, das jedoch durch gesunkene Börsenstrompreise geschmälert wurde. Der Umsatz bleibt mit 101,4 Mrd. SEK (10,5 Mrd. Euro) konstant (Q1-Q3 2015: 101,2 Mrd. SEK; 10,4 Mrd. Euro).

Vattenfall wird größter Windpark-Betreiber Dänemarks

Der Energiekonzern setzt für die Zukunft besonders auf den Ausbau der Windenergie. Allein im Jahr 2016 hat der Konzern 6,3 Mrd. SEK (0,64 Mio. Euro) in den Windsektor investiert. Bis 2020 will Vattenfall seine Windleistung an Land und auf See auf 4.000 MW mehr als verdoppeln. Hierfür investiert das Unternehmen mehr als 5 Milliarden Euro.

Im September gewann Vattenfall in Dänemark die Ausschreibung für den Bau zweier küstennaher Windparks mit insgesamt 350 Megawatt (MW) installierter Leistung. Dadurch wird Vattenfall zum größten Windkraftbetreiber in Dänemark. Voraussetzung für den Baubeginn ist jetzt noch die Zustimmung der dänischen Regierung.

© IWR, 2016

27.10.2016