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Containerschiff fährt weltweit erstmals mit umweltfreundlichem Flüssiggas

Haren/Ems - Die meisten Schiffe fahren noch mit besonders umweltschädlichem Schweröl, einem Rückstands- bzw. Resteöl aus den Raffinerien. Jetzt wird weltweit erstmals ein Containerschiff auf den Betrieb von Flüssiggas umgerüstet.

Die Wessels Reederei aus Haren/Ems erhielt heute vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) einen Förderbescheid für die weltweit erste Umrüstung eines Containerschiffs auf LNG-Betrieb.

Reederei und Maschinehersteller kooperieren

Schon seit zwei Jahren engagiert sich die Reederei gemeinsam mit dem Hauptmaschinenhersteller MAN Diesel & Turbo und TGE Marine Gas Engineering für eine Umrüstung der Antriebsanlage von Schweröl zum emissionsarmen LNG (Liquified Natural Gas). Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, überbrachte jetzt eine Förderung in Form eines siebenstelligen Betrages für die Umrüstung des Wessels-Containerschiffs „WESAME-LIE“. Damit ist das Schiff das weltweit erste Containerschiff, das auf LNG-Betrieb umgerüstet wird. Mit der Nutzung von LNG wird die Schadstoffemission des Schiffes deutlich reduziert (Schwefeloxide (SOx) ca. > 99%, Stickoxide (NOx) ca. 90% und CO2bis zu 20%).

Containerschiff WESMELIE für Skalierbarkeit besonders geeignet

Die „WESAMELIE“ ist ein modernes, 1.000 TEU tragendes und 2011 in Fahrt gesetztes Feeder-Containerschiff, das in der Nord- und Ostsee verkehrt. Bei der Auswahl des Schiffes wurde explizit auf die Skalierbarkeit der Ingenieursleistungen und der Entwicklungskosten geachtet. Dadurch lassen sich die Kosten für Folgeprojekte deutlich reduzieren. Allein von der „WESAMELIE“ bestehen 23 Schwesterschiffe, davon 16 komplett baugleich. Das Umrüstungsprojekt ist somit leicht 1:1 auf Folgeprojekte übertragbar. So lässt sich mit diesem Schiff ein hoher Multiplikatoreffekt mit ausreichend umrüstungswürdigen Stückzahlen am europäischen Kontinent erzielen.

Nutzung von Erdgas in Schiffen und das Henne-Ei-Problem

Die Nutzung von LNG als Treibstoff setzt die Verfügbarkeit von verflüssigtem Erdgas an Verkehrs- und Handelsrouten voraus. Die bestehende LNG-Infrastruktur (Verflüssigungsanlagen, Lagerkapazitäten, Bunkereinrichtungen) in den selbst hochfrequentierten Häfen reicht für eine flächendeckende Versorgung von Seeschiffen mit LNG-Betrieb allerding bei weitem noch nicht aus.

Das BMVI-seitig geförderte Projekt leistet somit einen Beitrag zur Auflösung des sogenannten „Henne-Ei-Problems“, indem die Nachfrage nach LNG als Treibstoff in der maritimen Industrie durch ein Nachfrage generierendes Leuchtturmprojekt angestoßen wird. Aufgrund der langen Lieferzeit des LNG Tanks erfolgt der Umbau erst im 4. Quartal 2016. Die Inbetriebnahme mit Nutzung von LNG als Treibstoff ist für Anfang Dezember 2016 geplant.

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16.10.2015