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Neuartige Offshore-Fundamente werden im Ärmelkanal getestet

Oslo, Norwegen – Im Ärmelkanal soll eine neue Fundament-Technik für Offshore-Windparks getestet werden. Zwischen den Küsten von England und Frankreich wollen drei Unternehmen schwimmende Fundamente verbauen. Bereits im nächsten Jahr könnte das Projekt starten.

Die drei Unternehmen EDF Energies Nouvelles, Dong Energy und wpd errichten vor der Küste der Normandie gemeinsam den Offshore-Windpark Fécamp. Für das Projekt in französischen Gewässern wollen die Projektpartner sogenannte Cranefree Gravity Fundamente des norwegischen Unternehmens Seatower einsetzen. Das Demonstrationsprojekt Fécamp ist nach Auskunft von Seatower ein wichtiger chritt bei den Bemühungen, die Technologie im großen Maßstab industriell einzusetzen.

Oberstes Ziel: Kostenreduktion durch Verzicht auf Schwimmkräne

Das norwegische Unternehmen soll demnach das Bauprojekt leiten. Die schwimmfähigen Fundamente werden nach Stand der Planung an den Ort des Windparks geschleppt und dort versenkt. Für den Transport der Fundamente seien damit erstmalig nur noch Schlepper nötig. Nach Angaben von Seatower wurden bereits etwa 300 Offshore-Windenergieanlagen mit Gründungen errichtet, die wie Cranefree Gravity aus Beton statt aus Stahl bestehen. Dabei habe sich gezeigt, dass diese den rauen Wetterbedingungen auf See standhalten können. Bei der Installation der sogenannten Schwerkraftfundamente kamen bislang speziellen Schwimmkräne zum Einsatz, die dafür anfallenden Kosten sollen nun wegfallen.

Die Durchführung des Demonstrationsprojekts vor Fécamp ist für Anfang 2015 geplant. Nach Angaben von Seatower habe die Technik insbesondere bei großen Wassertiefen über 30 Meter und bei rauen Wetterbedingungen große Vorteile. Die Fundamente können demzufolge ganzjährig errichtet werden, ohne Unterbrechung durch ungünstige Wetterbedingungen. Zudem sollen Lärmbelästigungen durch Rammarbeiten entfallen.

Kosten bei der Produktion stehen ebenfalls im Fokus

Für den konkreten Bauablauf sieht die Planung vor, dass Schlepper die Fundamente zum Baufeld des Windparks ziehen. An Ort und Stelle sollen diese dann langsam geflutet werden. Während des Projekts will Seatower zudem Windgeschwindigkeiten und andere Messdaten erheben, um eine Datengrundlage für die weitere Optimierung der Bautechnik zu erhalten. Der französische Baukonzern Eiffage soll die Fundamente in Le Havre herstellen. Nach Unternehmensangaben werden für den Bau der Fundamente Materialien wie Beton und Stahl in Standardqualität benötigt. Dies ermögliche eine hohe Automatisierung der Fertigung.

„Unsere Technologie wird die Errichtung von Offshore-Windparks erleichtern und beschleunigen und dies zu einer Zeit, da Kostenreduktionen und Verringerung von Risiken erforderlich sind, um auch an schwierigeren Orten Windparks errichten zu können“, erklärte Patter Kral, CEO von Seatower. „Cranefree Gravity-Fundamente sind kostengünstiger und schneller sowie risikoloser zu errichten als die heute üblichen Stahlfundamente. Sie können auch in der Nähe hergestellt werden, was die benötigte wirtschaftliche Tätigkeit in den Küstenorten bei den Windparks fördert.“

13.05.2014