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Windindustrie: Senvion bestätigt Jahresprognose 2017

Hamburg – Der Hersteller von Windturbinen für On- und Offshore-Windparks Senvion hat die Finanzzahlen für das dritte Quartal 2017 bekanntgegeben. Im Gegensatz zu der Konkurrenz von Siemens Gamesa und Vestas sieht sich Senvion weiter auf dem Pfad zur Erreichung der Jahresprognose.

Während Siemens Gamesa in dem im September 2017 zu Ende gegangenen Geschäftsjahr die eigene Prognose verfehlt hatte und zudem einen erheblichen Stellenabbau plant und während Vestas die Margenprognose für das Gesamtjahr 2017 nach unten einengen musste, gibt sich Senvion optimistisch. Zwar ist auch bei dem Windenergiespezialisten mit operativem Hauptsitz in Hamburg der Umsatz sowie der Gewinn im letzten Quartal gesunken, doch die Ergebnisse seien im Rahmen der Prognose für 2017.

Senvions Umsatz und Gewinn lassen spürbar nach

Senvion mit offiziellem Firmensitz in Luxemburg kommt nach eigener Darstellung bei der Erfüllung seiner Finanzziele für 2017 „gut voran“. In den ersten neun Monaten erzielte das Unternehmen in einem nach eigenen Angaben "schwierigen Marktumfeld" einen Umsatz von 1,31 Milliarden Euro, das sind rund zehn Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2016 (1,45 Mrd. Euro). Betrachtet man nur das dritte Quartal, so ist der Umsatz sogar um rund 18 Prozent auf 480 Mio. Euro gesunken (Q3 2016: 584 Mio. Euro). Im Onshore-Segment hat Senvion im Zeitraum Juli bis September 2017 insgesamt 377 Mio. Euro (-12 Prozent ggü. Q3 2016) und im Offshore-Bereich nur noch 33 Mio. Euro (-62 Prozent) umgesetzt. Der Rest entfällt vor allem auf den Service-Sektor. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ist im dritten Quartal 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 31 Prozent auf 41,1 Mio. Euro gesunken (Q3 2016: 60,0 Mio. Euro).

Wachstum beim Auftragseingang sinkt

Senvion erklärte, dass sich die allgemeine Verlangsamung in den etablierten Märkten wie Deutschland auch auf das Wachstum von Senvions Auftragseingang im dritten Quartal auswirke. Trotzdem konnte das Unternehmen den Auftragseingang in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch um 51 Prozent steigern. Insgesamt bleibt der Auftragsbestand von Senvion mit 5,3 Mrd. Euro stabil. Im Gesamtjahr 2017 will Senvion unverändert 1,90 bis 1,95 Mrd. Euro Umsatz erzielen (2016: 2,21 Mrd. Euro) und eine bereinigte Ebitda-Marge von 8,0 bis 8,5 Prozent erreichen. Diese Marge beläuft sich für die ersten neun Monate 2017 auf 7,9 Prozent (Gesamtjahr 2016: 9,3 Prozent).

Senvion setzt auf leistungsfähigere Windturbinen

Jürgen Geißinger, CEO von Senvion, erklärte: "Die Entwicklung von Senvion für die ersten neun Monate entspricht unserem Plan. Im Rahmen unserer kommunizierten Strategie arbeiten wir an leistungsfähigeren Turbinen-Baureihen und einer Umgestaltung unserer gesamten Wertschöpfungskette - mit sichtbaren Ergebnissen." Die Industrie benötige nicht nur verbesserte Produkte, sondern auch schnellere Kostenanpassungen, um niedrigere Stromgestehungskosten zu erzielen, so der Windenergie-Manager. Senvion hat 2017 bereits vier neue Produkte eingeführt, die Teil der modularen Produktstrategie des Unternehmens sind. Ziel ist es, effizientere Turbinen zu liefern und die Kosten zu senken.

Die Aktionäre sind zwar enttäuscht, strafen die Aktie von Senvion aber längst nicht so harsch ab wie es zuvor mit den Titeln von Siemens Gamesa oder Vestas geschehen war. Das Wertpapier gibt im Börsenhandel am Freitag bislang um 3,5 Prozent auf 10,19 Euro nach (Stand 10:40 Uhr, Börse Stuttgart). In der kommenden Woche werden am Dienstag (14.11.2017) die Zahlen von Senvion-Mitbewerber Nordex erwartet.

© IWR, 2017

10.11.2017